Freie Bahn – Der Wahrheit!
Der Zar, Rasputin und die Juden.
Meine Erlebnisse und Erinnerungen aus der
Zeit vor und während des Krieges, vor und
während der Revolution
von George Thompson.
Nach dem in englischer Sprache verfaßten Manuskript
wiedergegeben von
*
* *
Hamburg 1922
Deutschvölkische Verlagsanstalt Arthur Götting, Hamburg 1.
Digitalisiert für Unglaublichkeiten.com / .info
im April 2006
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Übersetzungsrecht vorbehalten.
Copyright by Deutschvölkische Verlagsanstalt, Hamburg 1.
(Diese Form wird vom amerikanischen Gesetz vorgeschrieben.)
Meinem Buche auf den Weg.
Mit Gott ziehe hinaus in die Welt, du aus tiefster Gewissenspflicht
entstandene Schrift. Angefeindet wirst du werden von Juden und Jüdlingen.
Fürchte dich nicht, bringe dem Denkenden Wahrheit und Licht und stelle dich in
den Dienst der Erlösung einer geknechteten Menschheit.
Der Verfasser.
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Als Vorwort.
Drei Jahre schon sind verstrichen seit der furchtbarste der Kriege, der die
ganze Welt durcheinander geschüttelt hatte, sein Ende gefunden haben soll. Der
gegenwärtige, durch den sogenannten Verständigungsfrieden hervorgerufene
Zustand gleicht wohl allem andern, als einem Zustand des Friedens, in dem die
Völker von ihren schweren Opfern gesunden und allmählich wieder zur Ordnung
gelangen können. Überall herrscht Habgier und die Sucht nach fremdem
Eigentum. Vor allem ist es Rußland, diese unergründliche Sphinx im Osten, das
durch diesen Krieg und die durch volksfremde Elemente freventlich
hervorgerufene Revolution, in einen Zustand der Zersetzung und Auflösung
geraten ist, aus dem nach menschlichem Ermessen in absehbarer Zeit keine
Errettung möglich ist.
Das einst reiche und blühende Land ist verwüstet, die Landwirtschaft liegt
darnieder, die Felder und Äcker werden nicht mehr bebaut, der einst so ergiebige
Fischfang ruht, die gewaltigen Wälder liefern kein Holz mehr für die Ausfuhr, die
gesamte Industrie ist zum Stillstand gekommen, Maschinen sind vernichtet, die
Stätten einst reger Tätigkeit verödet. Die Verkehrswege haben zum Teil aufgehört
zu existieren, da das gesamte Eisenbahnmaterial in einen Zustand gelangt ist, der
eine weitere Verwenduug zum größten Teil ausschließt. Hunger und Krankheiten,
ein unbeschreibliches Elend haben die Zahl der Bevölkerung um viele Millionen
verringert; die großen Städte, die einst blühendeu Zentren des Handels und des
Verkehrs gleichen Gräberfeldern über denen der Tod die Geißel schwingt. In
Petersburg und Moskau, wo einst das Leben in hohen Wogen aufbrandete, ist es
still geworden, wohl schauen noch die goldenen Kuppeln der Kathedralen auf
wilde Orgien herab, die von Bestien in Menschengestalt gefeiert werden, die aber
nichts gemein haben mit denen, die ehedem den Lebenspuls der Residenzen
ausmachten, die nunmehr in alle Winde verstreut, ihrer Habe beraubt, entweder
den grausigen Opfertod gestorben sind, oder als kaum geduldete Fremdlinge in der
ganzen Welt umherirren. Das Chaos, das durch den Bolschewismus und seine
Verfechter über Rußland gekommen ist, ist so groß, das auch nur oberflächliche
Schilderungen desselben dem uneingeweihten Leser als Märchen erscheinen
müssen.
Hierzu kommt noch der Umstand, daß von der zum größten Teil alljüdisch
beeinflußten Presse geflissentlich vermieden wird, die volle Wahrheit über die
tatsächlichen Zustände in Sowjet-Rußland zu bringen, “der Mantel christlicher
Nächstenliebe” wird über dieses Trümmerfeld jüdisch-bolschewistischer Raserei
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gebreitet und vor allem sucht man zu verhindern, daß allmählich die Kenntnis um
sich greift, welches die geheimen Kräfte gewesen sind, die schon seit Jahrzehnten
in Rußland tätig waren, um allmählich aber sicher dieses tief unglückliche Land in
den gegenwärtigen grauenerregenden Zustand zu bringen. So mögen die folgenden
Blätter, die in kurzen Umrissen den Weg zeigen, der Rußland zur Katastrophe
führte, den Völkern der Erde ein warnendes Wort sein, bei sich rechtzeitig
Umschau zu halten, um sie vor einem gleichen Schicksal zu bewahren, in der das
große russische Volk geraten ist.
Dauernd und immer wurde in der ganzen Welt von der schreienden
Ungerechtigkeit, die die Regierungen des Zaren dem armen jüdischen Volke
gegenüber sich zu schulden haben kommen lassen, geredet, nie aber wurde gesagt,
welche unauffällige und doch gewaltige Rolle die Juden in dem russischen
Zersetzungsprozeß durch ihre ununterbrochenen Hetzereien und Agitationen
gespielt haben!
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Die ersten Wühlarbeiten in Rußland.
Diese Agitationen wurden von den sogenannten Nihilisten betrieben, die vom
Auslande mit Geldmitteln unterstützt wurden. Nihilisten nannte zuerst Turgeniew
die Anhänger und Vertreter einer in Rußland auskommenden politischen
Bewegung, die einen Umsturz der bestehenden Staatsform anstrebte. Diese
Bewegung nannte sich “sozial-revolutionär”, sie rekrutierte sich in ihrer
Führerschaft hauptsächlich aus jüdischen und in ihrer Masse aus jugendlich
unreifen nationalen Elementen. Während die jüdischen Mitglieder ihre Weisungen
von der Alliance israelite universelle in Paris und von den französischen und
englischen Freimaurer-Logen erhielten, begeisterten sich die reinrussischen
Studenten und Kursistinnen (Hörerinnen an den verschiedenen Hochschulen) für
die von jenen gepredigten neuen weltbeglückenden Lehren. Bald fanden die
Nihilisten Mitläufer in den verschiedenen Schichten der russischen intelligenten
Bevölkerung, ja sogar in Offizierskreisen fanden sich einzelne, die sich für die
nihilistischen Ideen erwärmten. Am Ende des Jahres 1876 bildete sich aus der
nihilistischen Bewegung heraus eine neue politische Strömung, die sich
Volkspartei bezeichnete und eine Staatsreform auf sozialistischer Grundlage
anstrebte. Von der Volkspartei splitterte 1878 die Gruppe der Terroristen ab, die
mit allem Nachdruck den gewaltsamen Umsturz propagierte, die den
Meuchelmord nicht nur als zulässiges, sondern als durch den Zweck geheiligtes
Kampfmittel auf ihre Fahnen geschrieben hatte, wobei es in den entsprechenden
Direktiven hieß: “Die Zahl der unbeteiligten Opfer ist gleichgültig.” Nicht nur
einzelne, den Nihilisten verhaßte höhere Beamte sollten beseitigt werden, sondern
der Kaisermord galt ihnen als das eigentliche Mittel zur Erreichung ihrer Ziele.
Mit grenzenloser Zähigkeit führten sie ihr Vorhaben durch. Bei den Verhören
gaben sie stets zu, daß sie nur die ausführenden, zumeist durchs Los bestimmte
Organe sind, während die eigentlichen Führer sich außerhalb Rußlands befinden,
und daß sie ihre Weisungen durch das geheime Exekutivkomitee erhalten.
Am 16. 4. 1866
am 6. 6. 1867
Am 5. 2. 1878
unternahm Dmitri Karakosow einen Mordversuch
gegen den Kaiser. Im Jahre darauf, und zwar
gab in Paris Anton Bereszewski einen Pistolenschuß
auf Alexander II. ab, der allerdings fehlging.
wurde durch die Nihilistin Wera Ssassulitsch ein
Attentat auf den Petersburger Stadthauptmann General
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Am 16. 8. 1878
Am 21. 2. 1879
Am 25. 3. 1879
Am 14. 4. 1879
Am 14. 10. 1879
Am 1. 12. 1879
am 17. 2. 1880
Am 3. 3. 1880
am 13. 3. 1881
Trepow ausgeführt.
wurde der General Mesinzew, Chef der dritten
Abteilung der geheimen Kanzlei des Kaisers,
ermordet.
wurde der Gouverneur von Charkow, Fürst Krapotkin,
ermordet.
wurde ein Attentat auf General Drenteln, den
derzeitigen Chef der obengenannten dritten Abteilung,
gemacht.
überfiel ein gewisser Solowjew den Zaren vor dem
Winterpalais und gab aus unmittelbarer Nähe mehrere
Schüsse auf ihn ab, ohne ihn zu treffen.
wurden wieder mehrere Revolverschüsse auf den
Kaiser abgegeben; in beiden Fällen nannten die
Attentäter die Anstifter nicht, in beiden Fällen sagten
sie, ihren Auftrag hätten sie aus dem Auslande.
wurde der Versuch gemacht, den kaiserlichen Zug bei
Moskau in die Luft zu sprengen. Trotz aller außer-
ordentlichen Maßregeln erfolgte
die Dynamitexplosion im Winterpalast, bei der das
Wachtlokal des Palastes zertrümmert und mehrere
Soldaten des Finnischen Regiments getötet oder
schwer verletzt wurden. Auch hier wurden die Urheber
nicht entdeckt, weil sie im Auslande in Sicherheit
saßen.
unternahm der getaufte Jude Mlodetzki ein Attentat
auf den damaligen deutschfreundlichen Innenminister
Loris Melikow, nebenbei gesagt, einen Karaïmen,* das
Attentat aber mißlang. Endlich
erfolgte die Ermordung Alexanders II.
*
In Südrußland, und namentlich in der Krim und im Kaukasus, aber auch einzeln verstreut über ganz
Rußland, leben die Karaïmen, die sich zum mosaischen Glauben bekennen, die aber von den Juden als
Todfeinde betrachtet werden und gleichzeitig von ihnen gehaßt und verachtet werden. Dieser Gegensatz
zwischen Karaïmen und Juden erklärt sich daher, daß beide zwar mosaischer Religion sind, daß aber die
Karaïmen den Talmud, das Sittengesetz der Juden, welches die Juden in einen Gegensatz zu allen
anderen Völkerschaften gebracht hat, von vornherein abgelehnt haben, da der Talmud nichts mit der
mosaischen Religion zu tun hat. Es ist überaus bezeichnend, daß in Rußland, dem klassischen Lande der
“Judenunterdrückung”, der Karaïme volle Gleichberechtigung mit der eingesessenen Bevölkerung hat;
also nicht um ihrer Religion willen sind die Juden verfolgt und unterdrückt worden, sondern in weiser
staatlicher Voraussicht haben die Russen die Juden nur ihrer staatszersetzenden Talmudlehre wegen in
ihren Bürgerrechten beschränkt.
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Vorstehende Aufstellung wirft ein grelles Schlaglicht auf die beispiellose
Zähigkeit und Skrupellosigkeit der Führerschaft, mit der sie auf ihr Ziel
hinarbeitet.
Diese Attentate und Morde dauerten bis in die neueste Zeit ununterbrochen
fort. Dabei wurde bei den gerichtlichen Untersuchungen stets festgestellt, daß an
sämtlichen vorgekommenen Attentaten und Morden Juden ihre Finger im Spiel
hatten, und daß die Mörder, sowie ihre Organisationen, von ausländischen
Freimaurern finanziell unterstützt wurden. Dieses hatte zur Folge, daß das
Freimaurertum, ja sogar die Heilsarmee, in Rußland verboten wurde. Des weiteren
konnte die Regierung nicht umhin, zum Schutze ihrer Beamten und der
Bevölkerung – denn bei den meisten Attentaten kamen so und so viele
Unbeteiligte zu Schaden – energische Maßregeln zu ergreifen, unter anderem
wurde Juden der Aufenthalt in den Hauptstädten untersagt.
Es durften in den Hauptstädten nur diejenigen Juden leben, die entweder
akademisch gebildet, oder Kaufleute 1. Gilde, oder Nikolaisoldaten* oder
Soldaten, die im Besitz des Georgkreuzes** waren. Ferner wurde in beschränkter
Anzahl Dentisten (Zahntechnikern) der Aufenthalt gestattet und endlich Schülern
und Studierenden, soweit sie in den betreffenden Mittel- und Hochschulen
aufgenommen waren. Um diese Beschränkung zu umgehen, nahmen viele Juden
in bewährter Anpassungsfähigkeit den christlichen Glauben an. Mit Vorliebe
wurde bei diesem Geschäft der griechisch-katholische Glaube als vorteilhaftester
bevorzugt, hatte aber doch die unangenehme Begleiterscheinung, daß nach
russischem Paßgesetz im neuen christlichen Paß der Vermerk stand: “jüdischer
Abstammung.” Nun galt es, sich dieses Vermerkes zu entledigen, und das wurde
auf dem Wege der Durchwanderung mehrerer christlicher Konfessionen erreicht.
Illustriert wird dieses geniale Verfahren durch den konfessionellen
Werdegang des nationalen Arbeiterführers Steklow. Er hieß ursprünglich
Nachamkes, betrieb mit seiner Frau ein Institut für Schönheitspflege, in dem auch
das “galante Petersburg” auf seine Kosten kam, und war reinblütiger Jude. Dann
ließ er sich evangelisch taufen und erhielt nun in seinem Paß unter der Rubrik
Glaube den Vermerk evangelisch-lutherisch, “jüdischer Abstammung”. Nun trat
er zum katholischen Glauben über und erhielt im Paß den Zusatzvermerk “in den
katholischen Glauben übergetreten.” Dann “verlor” er seinen Paß und beschaffte
sich einen neuen, in den er auf Grund eines Zeugnisses der katholischen Kirche,
daß er von der lutherischen zur katholischen Kirche übergetreten war, unter der
*
Unter der Bezeichnung “Nikolaisoldaten” versteht man die Soldaten, die noch unter Nikolai I. gedient
haben.
**
Das Georgskreuz wurde dem russischen Militär für Tapferkeit verliehen und entspricht etwa dem E. K.
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Rubrik Glaube als “Katholik” eingetragen wurde. Nun war der Jude
verschwunden! Endlich trat er zur griechisch-katholischen Kirche über und wäre
nun waschechter Russe gewesen, wenn nicht der Zuname Nachamkes ständig
seine Nationalität verraten hätte. Alle Bemühungen bei der zaristischen Regierung,
seinen Zunamen in den rein russischen Steklow umzuändern, blieben, trotz seiner
Reise durch alle Konfessionen, erfolglos. Erst der Sturz der verhaßten Monarchie
brachte ihm Befreiung von seinem ihm angeborenen Namen. Heute heißt er stolz
Steklow. Eine andere Methode, die Beschränkungen des Wohnrechts in den
Residenzen zu umgehen, bestand darin, daß die Juden sich im Auslande auf
schnellstem Wege den Doktorgrad in wenigen Semestern verschafften. Damit war
die Aufenthaltsberechtigung für die Residenzen erlangt, und der Zweck erreicht.
Diese “Doctores” befaßten sich mit allem, was der jüdischen Natur naheliegt, nur
nicht mit der Wissenschaft, die ihrem “wissenschaftlichen” Grade entsprach.
Wie Pogrome entstehen.
Diese Beschränkung des Wohnrechts löste nun in der ganzen Welt ein
fürchterliches Gezeter über die schreiende Ungerechtigkeit aus, die den armen
Juden in Rußland zugefügt wurde. Die unmöglichsten Geschichten über Pogrome
wurden von den ins Ausland, namentlich in die Schweiz, geflüchteten jüdischen
Nihilisten und ihren Mitläufern, sowie von den unzähligen Schwärmen jüdischer
Badegäste, die jahraus, jahrein die deutschen und österreichischen Badeorte
überfluteten, verbreitet, da aus obigen Gründen den Juden auch der Aufenthalt in
den russischen Badeorten untersagt war. Immerhin wurde ihnen ein Badeort am
Ostseestrande: Dubbeln bei Riga und ein Badeort am Schwarzmeerstrande:
Eupatoria freigegeben. Diejenigen Juden, die das Aufenthaltsrecht in den
Residenzen besaßen, durften natürlich auch sämtliche Badeorte besuchen. Die
meisten aber zogen es vor, ausländische Badeorte aufzusuchen, da solches ja
vornehmer ist, und eine Reise ins Ausland auch sonstige Vorteile bietet. Daß sie
Juden seien, haben sie im Auslande wohlweislich verschwiegen; im Auslande
gaben sie sich für Russen aus, während sie in Rußland sich als “Deitsche”
bezeichneten. Ihnen ist es auch zu verdanken, daß man in der übrigen Welt so
grundfalsche Begriffe über die russischen Zustände hatte. Es dürfte nicht
uninteressant erscheinen, bei dieser Gelegenheit die märchenhaften Gerüchte, die
in die Welt über die Judenpogrome gesetzt wurden, in die richtige Beleuchtung zu
rücken. Ich habe in meinem Leben mehrfach Gelegenheit gehabt, derartige
Pogrome mitzuerleben. Mit Ausnahme einiger weniger Fälle, wie der Pogrom in
Kischinew, waren die Pogrome äußerst harmloser Natur, ja sie entbehrten nicht
einer gewissen, wenn auch rohen Komik. Das äußere Zeichen der Pogrome waren
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durch die Straßen fliegende Bettfedern. Seinem Glauben entsprechend, darf der
Jude kein in Butter gebratenes Fleisch essen. Daher ißt er mit Vorliebe allerlei
Geflügel, in dessen Fett er sich dann Fleisch bratet. Die Menge Federn sammelt er
nun zu Pfühlen. Der Russe kennt keine Pfühle, er schläft auf Stroh und bedeckt
sich mit einer gewöhnlichen Decke. Nun hat in irgend einem Städtchen oder Dorf
der Jude oder die Juden die Bevölkerung gründlich ausgemergelt und ausgezogen.
Der Handel lag auch in Rußland zum größten Teil in jüdischen Händen, und es
gibt ganze Gebiete, in denen der Bauer oder der Gutsbesitzer nicht das Geringste
ohne den Juden verkaufen kann, er wird seine Erzeugnisse nicht los, oder er muß
sie zu Schleuderpreisen verkaufen. Wenn nun ein Jude über die Maßen
aussaugerisch gewirkt hatte, und die Geduld der schandbar ausgebeuteten
Bevölkerung in einem lichten Moment riß, nun dann hieß es: “Du verfluchter
Jude, wir sollen arbeiten und dir alles umsonst hergeben, und wir und unsere
Frauen und Kinder müssen auf Stroh schlafen, aber du arbeitest nichts, saugst uns
aus und schläfst auf Federn, warte nur, heute werden wir auf Stroh, du aber auf
nackten Brettern schlafen!” Der zur Verzweiflung getriebene, unbewaffnete Pöbel
zieht nun von Haus zu Haus, die Fenster werden aufgerissen, die Pfühle
aufgetrennt, und luftig flattern die Federn im Winde durch die Straßen, diese wie
mit Schnee bedeckend. Gewöhnlich war damit der Pogrom erledigt, höchstens,
daß hier und da einmal ein Topf zertrümmert oder eine Gardine heruntergerissen
oder ein Spiegel zerschlagen wurde. Hie und da mußte die Polizei stillschweigend
derartige Pogrome dulden, um es nicht zu größeren Ausschreitungen kommen zu
lassen, daher auch das Märchen von der Schuld der Polizei an den Pogromen. Daß
es im Allgemeinen nicht zu Tätlichkeiten kam, dafür sorgten die Juden in
wohlweiser Erkenntnis des russischen Volkscharakters selbst, indem sie sich nur
durch Gewaltgeschrei zur Wehr setzten. Wehrten sich aber die Juden, und es kam
zu Schlägereien, nun dann allerdings konnten Pogrome wie in Kischinew
entstehen. Gewöhnlich aber war der Jude viel zu gerissen, um sich zu wehren,
wußte er doch zu genau, daß beim nächsten Handel die Bettfedern, der Topf, die
Gardine, der Spiegel, mit auf die Rechnung kommen würden. Dafür wurde aber
ein um so größeres Geschrei im Auslande erhoben, und das Mitleid der ganzen
Welt für den armen, unglücklichen, geknechteten Juden erweckt. Wenn heute ein
Drittel der russischen Bevölkerung in Rußland unter der Judenherrschaft auf die
grausamste Art und Weise ums Leben gekommen ist, Greise und Männer, Frauen
und Kinder, dann schüttelt man ungläubig die Köpfe: “Nein, das kann doch nicht
möglich sein! Das ist zumindest übertrieben!” Wenn aber irgendwo in Europa,
vielleicht in Berlin auf dem Kurfürstendamm, ein Jude einer Frau gegenüber frech
wird und vom Gatten oder Bruder dieser Frau die verdiente Prügel bezieht, dann
schreit morgen Jerusalem, Paris, London, New York!
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Als Gegenstück zu den Judenpogromen sei der große Deutschenpogrom in
Moskau angeführt, der in den Tagen vom 28. und 29. Mai 1915 stattgefunden hat.
Die nach den Mißerfolgen in Galizien und an den masurischen Seen
gedrückte Stimmung in der russischen Bevölkerung wurde durch eine bedeutende
Siegesnachricht von der österreichischen Front wieder gehoben und ließ die
Herzen der Russen begreiflicherweise wieder höher schlagen: es war die Nachricht
von der Einnahme der Festung Przemysl. Die in der Festung erbeuteten
Riesenkanonen stellte man im Kreml zu Moskau aus, und einige tausend
gefangener Magyaren wurden von einem Bahnhof zum anderen auf möglichst
vielen Umwegen geführt, um sie dem Volke zu zeigen. Der fraglos große Sieg
wurde in sämtlichen Zeitungen eingehend besprochen, und es hieß, die russischen
Truppen marschierten bereits auf Krakau zu, die Tschechen würden dann den
längst vorbereiteten Aufstand wagen, und dann ständen über Böhmen und
Schlesien alle Wege nach Berlin offen. Die patriotischen Wellen gingen einmal
wieder hoch, aber dem feinen Beobachter der Volkspsyche konnte es nicht
entgehen, daß bereits damals eine, wenn auch im Entstehen begriffene
Kriegsmüdigkeit der Vater des Gedankens war, recht schnell nach Berlin zu
kommen, um dann – Frieden zu haben. Diese Kriegsmüdigkeit lag allerdings noch
im Unterbewußtsein der Volksmasse, sie ist aber absolut nicht abzuleugnen.
Künstlich mußte der Kriegsmut und der Siegeswille aufgepeitscht werden, zu
welchem Zwecke der Fall Przemysls einen glänzenden Anlaß gab. Der Sieg vor
und um Przemysl löste einen allgemeinen Jubel und eine erneute Begeisterung für
die Kriegssache aus. Sehr bald aber folgte auf diese fast unerwartete, plötzliche,
sehr begreifliche Freude ein herber Schlag. Kaum war ein Monat verflossen, als
die Nachricht kam, die Deutschen hätten die Festung Przemysl zurückerobert. Die
Enttäuschung über diese Niederlage war eine gewaltige, es lag Gewitterstimmung
in der Luft, deshalb mußte etwas getan werden, um die Wut des Volkes sich
austoben zu lassen. In Moskau, wo die Erregung der Volksmassen eine besonders
bedrohliche wurde, sah der damalige Statthalter, um gegen die Wühlarbeiten der
Nihilisten im Volke einigermaßen ankommen zu können und den Ausbruch einer
Revolution zu verhüten, sich gezwungen, die Wut des von diesen aufgehetzten
Volkes gegen alles, was einen deutschen Namen führte, loszulassen. In einem
gewaltigen Deutschenpogrom sollte das erboste Volk sein Mütchen kühlen. Der
deutschklingende Name war das “Losungswort” des Tages. Alle Geschäfte mit
deutschklingendem Namen sollten zertrümmert und ausgeraubt werden, ganz
gleich, ob die Besitzer dieser Geschäfte Untertanen des Deutschen Reiches,
Österreichs, oder aber, ob sie Balten und Kolonisten, somit russische Untertanen
waren. Es waren eben Deutsche, und das genügte. Es wurden gedruckte
Verzeichnisse aller deutschen Firmen verteilt. Sie, sowie die Pogromaufrufe,
waren in der Gouvernementstypographie gedruckt. Bei dieser Gelegenheit
verdient festgestellt zu werden, daß Juden, auch solche mit deutschklingendem
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Namen, bei diesem Pogrom nicht gelitten haben. Auch tschechische
Unternehmungen sind verschont geblieben, mit Ausnahme des Kristallgeschäftes
des Grafen Harrasch, in dessen Fensterscheiben mehrere Pflastersteine
hineingeschleudert wurden, weil er im Verdacht der Deutschfreundlichkeit stand.
Ein glänzendes Zeugnis für die tschechische Treue! Nicht nur in den Hauptstraßen
Moskaus, der Petroffka, der Schmiedebrücke, den Mjaffnitzkaja, der Lubjanka,
dem Lubjanski Projest, der Srietenka usw., in denen ein deutsches Geschäft neben
dem anderen sich befand, wütete der Pöbel, nein bis in die entferntesten Vororte
hinaus wurde dieser Pogrom getragen. Nicht nur Geschäfte, Kontore, Fabriken,
Paläste und Privatwohnungen reicher Leute wurden zertrümmert, vernichtet und
niedergebrannt, nein, sogar das deutsch-evangelische Armenhaus sollte nicht
unberührt bleiben. Sämtliche Insassen und Insassinnen dieses Armenhauses, weit
über hundert Greise und Greisinnen wurden auf die Straße gesetzt, und ihr Hab
und Gut hinausgeworfen und verstreut. Es würde zu weit führen, alle Geschäfte,
die dabei gelitten haben, aufzuzählen, doch will ich immerhin einige, soweit sie
mir noch erinnerlich sind, aufführen: die bekannte Weltfirma Hugo Wogau,
das optische Geschäft von Karl Borchart, das große Wiener Kleidergeschäft
von L. Mandl, vier Detailgeschäfte der Schokoladenfabrik von Einem, die
Buchhandlung von Deubner, das Tabaksgeschäft von O. Bernhardt, die
Musikalienhandlung von Jul. Heinr. Zimmermann, die Wiener Firma für
gebogene Möbel Gebr. Thonet, die Aktiengesellschaft Gustav List, das
Annoncenbureaux L. Metzel & Comp., die Stahlwerke Gebrüder
Böhler, die Firma Robert Kentz, die Gesellschaft für landwirtschaftliche
Maschinen Heinrich Lanz, die Filiale der Allgemeinen Elektrizitäts-
gesellschaft A.E.G., die Aktiengesellschaft Siemens & Halske, die
Auskunftei Schimmelpfeng, das Daunengeschäft Strauß, die Manufaktur
Zündel, das Schuhgeschäft Weiß, die Filiale Wolff aus Buckau, die
Kleiderkonfektion von Bogen, das Kontor der Firma Gantert usw. usw.
Wie gewaltig der Deutschenpogrom gewesen ist, ersieht man daraus, daß in
dieser kurzen Spanne Zeit über siebzig Großfeuer in Moskau gemeldet worden
sind. Die Feuerwehr fuhr vor, griff aber erst ein, nachdem der Brand um sich
gegriffen hatte, und er die Nachbarwohnungen und Häuser zu bedrohen anfing.
Auch die Polizei hatte stillschweigend den Pöbel gewähren zu lassen und durfte
nicht eingreifen. Systematisch wurde der Pogrom durchgeführt. Gruppen von 50
bis 100 Mann hatten einen bestimmten kleinen Kreis zu “bearbeiten”, wobei ihr
Anführer eine genaue Liste der Auszuplündernden bei sich hatte und an Hand
dieser Liste seine “Arbeit” ausführte. Allerdings sind, als der Pöbel ins Rasen
gekommen war, und sich kaum mehr halten ließ, “versehentlich” auch einige
russische, französische und englische Firmen in Mitleidenschaft gezogen worden.
Diese Fälle waren aber im Allgemeinen recht selten. Diesen Banden schlossen
sich natürlich auch Liebhaber billiger Sachen an. Sehr bezeichnend ist es, daß
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man in verschiedenen Geschäften, unter anderem in dem Tabakladen von O.
Bernhardt, nachher Legitimationskarten von jüdischen Studenten gefunden hat, die
diese im “Eifer des Gefechts” dort verloren hatten.* In der weiteren Umgebung
Moskaus wurden deutsche Musterfarmen demoliert und niedergebrannt, die
Verfolgten flohen in die Wälder.
Wohl kein Judenpogrom ist derart wohlorganisiert und mit einer derartigen
Auspeitschung der Volksleidenschaft ausgeführt worden, wie der eben
geschilderte Deutschenpogrom und doch sind selbst bei diesem Pogrom auch nicht
mehr als 3 Menschen ums Leben gekommen. Aus der Manufaktur von Aug.
Schrader, wo der Pöbel ebenfalls wütete, wurde der Direktor Carlson, seine
Schwiegermutter und seine Schwägerin erschlagen, und zwar deswegen, weil
Direktor Carlson dem Pöbel gegenüber bewaffneten Widerstand geleistet hatte.
Die neue Parole: “Rußland den Russen”.
Gleichlaufend mit der jüdisch-nihilistischen Bewegung, machte sich schon zu
Alexanders II. Zeiten eine zweite Strömung immer mehr und mehr geltend: die
nationalistische mit dem Losungswort: “Rußland den Russen.” Entsprungen ist
diese Strömung aus der Unzufriedenheit des Adels mit den reformatorischen
Arbeiten Alexanders II. Schon Nikolai I. suchte die Stellung der Leibeigenen
durch verschiedene Erlasse zu regeln und zu erleichtern. Die Leibeigenschaft
aufzuheben, wie es seinem Herzen nahe lag, konnte er nicht wagen in Anbetracht
der revolutionären Stürme, die in den Jahren 1848 und 1849 tobten. Erst seinem
Sohne, Alexander II. wurde es vergönnt, diesen Lieblingsgedanken seines Vaters,
dem er auch aus der Tiefe seiner Seele huldigte, zu verwirklichen.** Dadurch aber
brachte er den landbesitzlichen Adel Rußlands gegen sich auf, der sich durch den
Verlust seiner Leibeigenen, als auch mittelbar durch die mit dieser Reformation
verbundene Beschränkung seines Landbesitzes, als auch durch die Verringerung
und Verteuerung seiner Arbeitskräfte materiell geschädigt sah. Das kam jedoch
erst späterhin zu Geltung und war in der wirtschaftlichen Unentwickeltheit jener
Kreise der damaligen Zeit begründet. Ihr Vorwurf gegen den Zaren, daß sie durch
diese Maßnahmen ruiniert wurden, trifft nur bedingt zu. Die Aufhebung der
Leibeigenschaft an sich hätte noch nicht die Verarmung des kleinen Landadels zur
*
Die “harmlosen” verfolgten armen Juden, denen die “Greuel” eines Pogroms doch so sehr zuwider sein
mußten, haben sich nicht gescheut, bei dem Deutschenpogrom in Moskau tatkräftig mitzumachen! Ist das
nicht ein “schlagender” Beweis für die Liebe des jüdischen Volkes zum deutschen Volke? Und trotz
allem wimmelt es in Deutschland voller Ostjuden!
**
Hierbei muß ganz besonders hervorgehoben werden, daß die Befreiung der Sklaven in Nord-Amerika
volle sechs Jahre später erfolgte als die Aufhebung der Leibeigenschaft durch Alexander II.
15
Folge haben müssen, da sie mit einer für damalige Verhältnisse reichlichen
Geldentschädigung verbunden wurde. Bei dem unwirtschaftlichen Charakter der
russischen Landadelkreise jener Zeit fand aber die Entschädigungssumme in den
weitaus meisten Fällen nicht für die ausgleichende Intensivierung der Wirtschaft
Verwendung, sondern wurde schon von der ersten Generation unwirtschaftlich
vertan; die nächste Generation konnte sich auf dem angestammten Sitz nicht mehr
behaupten und sah sich gezwungen, im besitzlosen niederen Beamtentum
unterzuschlüpfen. Die große Tradition des freien, immerhin wohlsituierten
Besitzers und das jammervolle Dasein eines kärglich besoldeten kleinen Beamten,
ließ eine neue Klasse von Unzufriedenen entstehen, die den besten Boden für die
revolutionäre Aussaat bot; aus selbstverständlichen Monarchisten wurden
Demokraten, die unklare Begriffe über die Demokratie hatten, nur weil die hohen
und im wahrsten Sinne menschenfreundlichen und liberalen Gedanken eines
weisen Monarchen seiner Zeit vorausgeeilt waren! Mit einer den jüdisch-
freimaurerischen Geist kennzeichnenden Geschicklichkeit wurde diese
Unzufriedenheit geschürt und weiter verbreitet.
Aus dem Gefühl dieser Unzufriedenheit heraus waren viele auch mit der
deutschfreundlichen Politik Alexanders II. nicht einverstanden, sie scharten sich
um die Nationalisten, deren deutschfeindliches Verhalten der bereits bestehenden
Unzufriedenheit neue Nahrung zuführte. Die radikalen Charaktere liebäugelten
sogar mit den Nihilisten, und erst im Jahre 1875 wurde die Regierung auf die
Verbreitung des Nihilismus und auf die Gleichgültigkeit, mit der ein Teil des
Beamtentums dieser kommunistischen und revolutionären Propaganda zusahen,
aufmerksam. So arbeiteten auch immer noch monarchisch gesonnene Kreise
unbewußt, aber doch Hand in Hand mit jüdisch-nihilistischen Elementen, und
wurden von diesen für ihre Zwecke ausgenutzt. Bemerkenswert ist dabei, daß bei
Gelegenheit einer Parade in der Michaelmanege in St. Petersburg der Zar in recht
erregtem Tone dem französischen Botschafter Vorstellungen darüber machte, daß
Frankreich es abgelehnt habe, einen Nihilisten an Rußland auszuliefern, der am 1.
12. 1879 den kaiserlichen Zug zu sprengen versucht hatte. Andererseits ist es
bezeichnend für die Stimmung, die selbst in Adels- und Offizierskreisen herrschte,
daß, als am 13. 3. 1881 Alexander II. ermordet wurde, die in der Michaelmanege,
anläßlich einer Parade, zu der Alexander II. fuhr, Versammelten kein besonderes
Erstaunen zeigten. Es war so, als ob die ganze Sache zumindest nicht unerwartet
käme. Der Mord ist umso bedauernswerter, als Alexander II. gerade in dem
Augenblicke von den Nihilisten ermordet wurde, als er auf der Fahrt zur Manege
im Portefeuille einen von ihm ausgearbeiteten Plan zu einer Konstitution mit sich
führte, mit der er sein Volk beglücken wollte.
Nach der Ermordung Alexander II. wurde der obenerwähnte
deutschfreundliche Minister des Innern, Loris-Melikow, auf Betreiben der
Nationalisten, am 16. 5. 1881 entlassen, und Graf Ignatiew zu seinem Nachfolger
16
ernannt. Dieser arbeitete ganz im Sinne der nationalistisch-panslavistischen Partei.
Als Gouverneur von Estland führte er dort rücksichtslos die Russifizierung durch.
Bezeichnend für seine Art Verwaltung ist, daß in deutschen Kreisen in Estland der
Name seines Gutes Ignatiewo zu einem Wortspiel den Anlaß gab, man sprach den
Namen mit Pausen zwischen den einzelnen Silben aus und erhielt den russischen
Satz “J gnat jewo” – deutsch: “so jagt ihn doch!” Seine Gattin hatte einen großen
Einfluß beim Hofe Alexanders III. Um sie scharten sich die panslavistischen
Kreise, die zum Teil aus Überzeugung, zum größten Teil aber aus Eigennutz den
panslavistischen Gedanken ins Volk trugen. Dieser Haß gegen Deutschland wurde
von der J gnat iewschen Partei systematisch gezüchtet, und die Vernichtung
Deutschlands war das Feldgeschrei der Panslavisten.
Auf Betreiben der panslavistischen Partei kam es 1903 zu der russisch-
französischen Verbrüderung. Alexander III., dieser stolze Selbstherrscher, mußte
es sich gefallen lassen, daß in seinem kaiserlichen Schlosse die Marseillaise, die
französische Nationalhymne, gespielt wurde. Es kostete ihm viel Überwindung
diese Hymne anzuhören. Daß diese russisch-französische Verbrüderung nicht
harmlos war, sondern eine Spitze gegen eine dritte Macht gerichtet hatte, liegt
wohl klar auf der Hand. Aber Alexander III. war dennoch soweit beherrschter
Politiker, daß er es nicht zu offenem Ausbruch der Feindseligkeiten kommen ließ.
Alice von Hessen.
Gegen Ende seiner Regierung durchschaute Alexander III. immer mehr und
mehr die auch für Rußland verderblichen Absichten der Panslavisten, und um ein
Gegengewicht ihrer Politik zu schaffen, bestimmte er dem Thronfolger eine
deutsche Prinzessin, Alice von Hessen, zur Gemahlin. Als überzeugter Vertreter
der Politik der Dynastien wollte er durch diese Heirat die bereits recht
erschütterten Beziehungen zur Nachbarmonarchie wieder in ein ruhiges
Fahrwasser lenken. Er bekam nach seinem Tode, nicht ohne eine gewisse Ironie,
den Beinamen eines “Friedensstifters.” Nichts war natürlicher, als daß die
Panslavisten ihre Intriguen nunmehr gegen die künftige Gemahlin des Thronerben,
die “Deutsche”, wenn schon mit größter Vorsicht betrieben. Begünstigt und
erleichtert wurden diese Intriguen durch den Umstand, daß der Thronfolger schon
seit Jahren ein inniges Liebesverhältnis zur Tänzerin Kzesinskaja unterhielt,
welchem Verhältnis zwei Söhne entstammen sollen. Er wollte das Verhältnis nicht
lösen und beschloß, dem Thron zu entsagen.
Alexander III. hielt sich mit seiner Familie regelmäßig während einiger
Sommermonate in Hapsal, einem kleinen Badeort in Estland, auf. Er bewohnte
dann das Schloß der Gräfin Brevern de la Gardie. Eine mit der Zarenfamilie
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befreundete Dame, die den Vorzug genoß, in den Gemächern der Zarenfamilie
unangemeldet erscheinen zu dürfen, sah bei dem unverhofften Betreten des
Kabinetts des Zaren den Thronfolger auf den Knien vor dem Zaren. Sie wollte sich
sofort entfernen, doch Alexander III. hielt sie zurück mit den Worten: “Was sagen
Sie dazu, …. , Nika will dem Thron entsagen.”
Die Beziehungen des Thronfolgers zu der Tänzerin wurden von den
Panslavisten dahin ausgenutzt, daß die zukünftige “deutsche” Zarin bei dem Volke
unbeliebt gemacht, ja ins Lächerliche gezogen wurde. Es wurde verbreitet, der
Thronfolger habe im Beisein mehrerer Höflinge dem Zaren gesagt, er wolle und
werde die “Hessische Fliege” nicht heiraten. Die Nihilisten und Linken ihrerseits
nutzten die Nachricht, daß der Thronfolger die Absicht habe, dem Thron
zugunsten des zweiten Bruders Michael zu entsagen, aus, um das Volk zu
verwirren. Sie verbreiteten die Nachricht, der Thronfolger habe den Zaren
gebeten, ihn von der Thronfolge auszuschließen, da er sich zum Regenten zu
schwach fühle und seiner ganzen Veranlagung nach, sich mit dem Leben eines
unverantwortlichen Privatmannes begnügen wolle. Es wurde im Volke verbreitet,
daß die Thronentsagung Nikolais Rußlands Untergang sein würde, da nach einer
alten Sage das Haus Romanow mit einem Michael begonnen, auch mit einem
Michael enden würde. Diese “Prophezeiung” war eine reine Erfindung des
jüdisch-freimaurerischen Geistes, aber in ihr lag eine versteckte Drohung des
Freimaurertums, die Monarchie in Rußland zum Sturze zu bringen. Tatsächlich ist
es dem Freimaurertum auch gelungen, die Drohung späterhin auszuführen. Schon
damals wurden die nachherigen Revolutionen vorbereitet. Interessant ist es auch,
mit welchen kleinlichen Mitteln gegen die “Deutsche” agitiert wurde. Nach
althergebrachter Sitte wurde die Aussteuer der Prinzessin von Hessen zur Schau
gestellt. Dabei fiel es merkwürdig auf, daß sowohl von der nationalistischen, als
auch der jüdischen Presse, natürlich in geeigneter Form, auf die Armseligkeit, ja
die Notdürftigkeit des Trefors (der Aussteuer) hingewiesen wurde. In den
betreffenden Hofkreisen wurde die Aussteuer bespöttelt, und zwar derart, daß
dieses in die niederen Volksschichten eindringen mußte. Alles das sollte natürlich
dem Volke die zukünftige Zarin als armes, nichtssagendes “Aschenbrödel”
hinstellen.
Nicht ohne Interesse ist folgender Vorfall. Die Braut des jeweiligen
Thronfolgers hat vor der Trauung den orthodoxen (den griechisch-katholischen)
Glauben anzunehmen und ihrem bisherigen Glauben zu entsagen. Das betreffende
Aktenstück, das sie zu unterschreiben hat, enthält unter anderem den Satz, daß sie
ihren bisherigen Glauben als ketzerisch bezeichnet. Als nun Pobedonoszew, der
Oberprokureur der heiligen Synode (der Leiter der höchsten Kirchenbehörde in
Rußland) nach althergebrachter Sitte der Prinzessin Alice dieses Aktenstück zur
Unterschrift unterbreitete, las sie es, durchstrich das ganze Dokument und schrieb
den Satz: “Mit Freuden nehme ich den Glauben meines zukünftigen Gemahls an.
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Alice von Hessen.” Entsetzt und sprachlos stand Pobedonoszew da, er hätte soviel
Energie von der kleinen “Hessischen Fliege” nicht erwartet.
Alle Vorstellungen des Oberprokureurs halfen nichts, die Prinzessin beharrte
darauf, daß sie das Geschriebene nicht ändern würde. Dem Oberprokureur blieb
nichts anderes übrig, als das Papier, so wie es war, Kaiser Alexander III.
vorzulegen. Der Zar las das Papier eine Weile, gab es, nachdenklich geworden,
Pobedonoszew zurück und sagte, daß, wenn seine Schwiegertochter es so
wünsche, es ihm recht sei.
Die Zarin und Rasputin.
Die Gattin des jeweiligen Thronfolgers hatte recht oft wenig angenehme
Stunden zu durchleben, doch hatten ihre Leiden in der russischen Geschichte mit
der Thronbesteigung ihres Gemahls meist ihr Ende erreicht. Die unbeschränkte
Machtstellung des Selbstherrschers aller Russen schützte sie vor allen noch so
versteckten Angriffen. So hat die Anhalter Prinzessin, die nachmalige Zarin
Katharina die Große, unbeschreiblich Schweres zu erdulden gehabt, aber mit dem
Augenblick, wo der Druck von oben von ihr genommen war, konnte sich ihre
Genialität zur vollen Blüte erheben. Der Unstern, der über die so ganz anders
geartete Prinzessin Alice von Hessen schwebte, gestaltete ihr Schicksal anders.
Mit dem Regierungsantritt ihres Gemahls begann ihre eigentliche Leidenszeit.
Wie schon oben bemerkt, trieben die Nihilisten neben den Panslavisten ihr
Hetzwesen gegen das Kaiserhaus. Auch das furchtbare Unglück aus dem
Chodynkafelde während der Krönungsfeier wurde diesen Zwecken nutzbar
gemacht. Nach einer alten russischen Sitte bewirtete der Zar das Volk am
Krönungstage. Auf dem großen Chodynkafelde bei Moskau sollte ein jeder, der
hinkam, ein Geschenk erhalten. In ein Tuch, auf dem das Reichswappen, die
Initialen des Herrscherpaares, das Datum und so weiter sich befanden, waren ein
Becher, Pasteten, Naschwerk eingebunden. Das große Feld, das zur Verteilung der
Geschenke ausersehen war, diente sonst zu Manöverzwecken und war von tiefen
Gräben umgeben. Diese wurden von zweieinhalbzölligen Brettern überbrückt,
damit im Falle irgend einer Gefahr die Leute sich leicht über die Bretter zerstreuen
konnten. Dem Publikum waren bestimmte Wege angewiesen, aus denen es an die
Zelte herankommen und auf anderen Wegen abziehen sollte. Wie nachher erzählt
wurde, brachen bei dem Ansturm des Volkes die Bretter zusammen, und die
Gräben wurden zum Grabe von zweitausend Menschen. Am nächsten Tage hing
an dem Denkmal der Nationalhelden Minin und Poscharski in Moskau ein großes
Plakat, aus dem in Versform zu lesen war: “Sage, Minin, wer ist schuld, Sergius,
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der Dummkopf oder Wlassowski, der Pole?” Mit Sergius war der Großfürst
Sergius Alexandrowitsch* gemeint, der zurzeit Generalgouverneur von Moskau
war.
Wlassowski war der Polizeimeister von Moskau. Wer das Plakat angehängt
hatte, blieb unbekannt. In Wirklichkeit war das Unglück folgendermaßen
entstanden: mehrere Nihilisten, unter denen sich auch Uljanow (Lenin) und die
berüchtigte “Großmutter der russischen Revolution”, Breschko-Breschkowskaja,
mit befunden haben sollen, hatten sich frühzeitig die Geschenke geholt, auch
hatten sie sich einige nagelneue Hundertrubelscheine aus der Reichsbank
verschafft und mischten sich unter das Volk, welches, freudigerregt, auf die
Geschenke und die Bewirtung wartete. Freudestrahlend sah sich das Volk die
Sachen, die ihm von den Nihilisten gezeigt wurden, an. Letztere holten aus dem
Becher den Hundertrubelschein hervor, zeigten ihn dem Volke. Sie erzählten, daß
allerdings nur eine Million zur Verteilung gelange, die der Zar in seiner Gnade
geschenkt habe. Hundert Rubel waren damals von hohem Wert, wenn man
bedenkt, daß ein Pferd 12 Rubel, eine Kuh 8 Rubel kostete; wer diese hundert
Rubel haben will, müsse sich sehr beeilen, denn es kommen nur 10.000 Scheine
zur Verteilung. Mit Windeseile verbreitete sich diese Nachricht unter die viele
Zehntausend Köpfe zählende Menge, die sich nun nicht weiter in Reih und Glied
halten ließ, die ganze Volksmenge stürmte voran, um ja in die Zahl der ersten
Zehntausend zu kommen. Sie stürmten über die Bretter hinweg, die diesen
gewaltigen Druck nicht aushielten und durchbrachen. Die nachdrängende
Volksmenge gab den Gestürzten nicht die Möglichkeit, aufzustehen, und so füllten
die ersten Reihen mit ihren Leibern die Gräben. Nun wurde ins Volk lanciert, daß
dieses eine böse Vorbedeutung für die Regierung des Zaren sei. Dem Zaren wurde
erst sehr spät gemeldet, daß auf einer Stelle ein Gedränge entstanden sei, bei dem
einige Personen zu Schaden gekommen seien. Da gab der Zar den Befehl, den
Hinterbliebenen aus der Privatschatulle je 5000 Rubel zu zahlen. Am Abend fand
ein Hofball statt, auf dem die ausländischen Fürstlichkeiten zugegen waren. Um
ihretwillen wurde der Hofball nicht abgesagt, um so mehr, als dem Zaren nicht
von einer Katastrophe, sondern nur von einem kleinen Unglücksfall gemeldet
worden war. Dem Volk aber erzählten die Nihilisten, der Zar habe den Hofball
nicht abgesagt, obgleich er genau wußte, daß gegen 2000 Menschen umgekommen
seien. Das ganze scheußliche Verbrechen war von jüdisch-nihilistischen Studenten
auf Anregung ihrer ausländischen freimaurerischen Auftraggeber ausgeführt, um
durch diesen “Unglücksfall” den Monarchen beim Volke unbeliebt zu machen und
ihn in den Augen des Volkes herabzusetzen. So wurde das Volk verhetzt.
Ungeachtet dieser Scheußlichkeiten und der auf seine Vorgänger verübten
*
Der Großfürst Sergius ist am 17. 2. 1905 im Kreml zu Moskau von Nihilisten ermordet worden.
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Attentate wollte Nikolai II. sich nicht hinter den Mauern seiner Paläste vergraben,
sondern verließ in der ersten Zeit täglich den Palast, um, nur von einem
Adjutanten begleitet, einen Spaziergang zu machen, wobei er bald in dieses, bald
in jenes Geschäft eintrat, um hier Handschuhe, dort Zigaretten zu kaufen. Dem
Anitschkowpalais in Petersburg gegenüber befand sich seinerzeit das rigasche
Handschuhgeschäft von Knigge. Als Nikolai II. eines Tages aus dem
Anitschkowpalais von seiner Mutter heimkehrend, das Geschäft betrat, um sich
Handschuhe zu kaufen, war die Verkäuferin derart verwirrt, als sie den
Beherrscher aller Russen als Käufer vor sich sah, daß sie nicht in der Lage war,
ihn zu bedienen. Erst einige ermunternde Worte des hohen Käufers brachten die
Ärmste zu sich. Freundlich lächelnd nahm der Zar die gekauften Handschuhe und
verließ das Geschäft. Doch nicht lange durfte sich der “allmächtige” Beherrscher
des gewaltigen Rußlands diese Freiheit erlauben, sehr bald wurde ihm dieses
“Sich-unter-dem-Volke-bewegen” verleidet. Er hätte sonst zu populär werden
können!
Nun kam ein anderes Unglück für die Zarin. Mit jeder Geburt wuchs die
Verstimmung, denn nach dem Hausgesetz der Romanows waren seit Paul 1. die
weiblichen Mitglieder des Hauses von der Thronfolge ausgeschlossen, daher
wurde vom ganzen Volke sehnsüchtig ein Thronfolger erwartet. Das Schicksal
aber war der Zarin nicht hold; man kann sich ihre Lage denken, es wurde ein
Thronfolger erwartet, und sie hatte das Unglück, vier Töchtern nach der Reihe das
Leben zu schenken. Erst das fünfte Kind und zugleich das letzte war ein Sohn. Als
Alice von Hessen den russischen Glauben angenommen hatte, wollte der Zar ihr
einen Lehrer geben, um sie in den russischen Glauben einzuführen. Hierzu wurde
der sehr fromme alte Theofanos, Erzbischof von Taurien, ausersehen, der seine
Aufgabe gewissenhaft ausführte. Nikolaus II. hatte dem greisen Priester ein
Gnadengeschenk zugedacht. Der äußeren Form halber aber gab er ihm den
Auftrag, die sibirischen Bistümer zu revidieren. Nach seiner Rückkehr wollte der
Zar ihm das Geschenk überreichen. Auf seiner sibirischen Fahrt meldete ihm der
Bischof von Tobolsk, er habe in seinem Bistum einen Mann, der sehr fromm sei
und von Gott die Gabe habe, durch Gebet Leute gesund zu machen. Der
Erzbischof ließ sich den Mann vorführen. Es war Rasputin, ein einfacher Mann,
der fromm veranlagt war und über eine gewaltige natürliche hypnotische Gabe
verfügte. Rasputin hatte selbst keine Ahnung von seinem Talent, sondern war
allen Ernstes davon überzeugt, daß er seine Erfolge nur seinem Gebet zu
verdanken habe. Ein junger Mann hatte sich als Knabe vor Schreck die Lähmung
eines Armes zugezogen. Diesen hatte Rasputin geheilt, eine in der Medizin
bekannte Möglichkeit. Der Erzbischof konnte ihn nicht vergessen. Er, ein lauterer,
rechtgläubiger Christ sah in Rasputin einen von Gott auserwählten Heiligen, wie
sie deren die russische Kirchengeschichte nicht wenige auszuweisen hat. Als er
21
nun nach seiner Rückkehr dem Kaiser von seiner Reise Meldung machte,
berichtete er ihm auch über Rasputin und bat ihn um die Erlaubnis, den Mann
vorstellen zu dürfen. Der Kaiser wollte dem greisen Erzbischof die Bitte nicht
abschlagen und ließ sich Rasputin vorführen. Rasputin siedelte nach Zarskoje
Sselo über und hatte Zutritt bei Hofe. Als nun die Kaiserin das Unglück hatte, eine
Tochter nach der anderen zu gebären, war sie natürlich sehr niedergedrückt.
Wieder wurde das Volk aufgehetzt, indem man auf das Wort aus dem Heiligen
Testament hinwies: “Einen unfruchtbaren Feigenbaum müsse man abhauen.” Nach
der Geburt der dritten Tochter wurde aus Wien der bekannte Doktor Schenk
berufen, aber auch er hatte mit seiner wissenschaftlichen Theorie kein Glück. Die
vierte Tochter kam zur Welt. In ihrer Verzweiflung äußerte sie sich in einem
Gespräch Rasputin gegenüber, daß sie sehr traurig sei, daß Gott ihr keinen Sohn
schenken wolle. Rasputin empfahl ihr zu beten, was die Zarin auch tat. Auch er
wolle seine Gebete mit den ihrigen vereinigen, und siehe da! der langersehnte
Thronfolger erschien! Es war zugleich das letzte Kind der Zarin, das sie wie ihren
Augapfel hütete.
Rückblick auf den japanischen Krieg.
Kaum war die arme Kaiserin um diese Klippe gekommen, als schon ein
neues Unglück drohend am Horizonte sich erhob: der japanische Krieg. Es dürfte
nicht allgemein bekannt sein, beziehungsweise dürfte es bereits der Vergessenheit
anheimgefallen sein, daß der offene Anlaß zum japanischen Kriege in einem
jüdischen kaufmännischen Unternehmen lag: Baron Ginzburg, eine bekannte
Finanzgröße St. Petersburgs, unverfälschter Jude, hatte die sogenannten
Holzkonzessionen in Korea erworben. Diese Holzkonzessionen, eine wucherische
Ausbeutung des Landes, nahm Japan zum Anlaß seiner Kriegserklärung.
Wiederum arbeiteten beide obengenannten Parteien, die im Grunde einander
gegenüberstanden, sich in die Hände. Die eine Partei, die es auf den persönlichen
Sturz des Zaren Nikolai und seiner “deutschen” Gemahlin abgesehen hatte, hatte
es verstanden, die Zustellung des Telegramms mit dem japanischen Ultimatum an
den Zaren solange zurückzuhalten, bis der Termin desselben abgelaufen war; die
andere Partei aber, die auf den Sturz der ganzen Dynastie und den
Zusammenbruch und Sturz der Monarchie hinarbeitete, hetzte das Volk, wo und
wie immer es konnte. Namentlich war es die Garde, die später nach Schluß des
Krieges, nach dem Revolutionsjahr 1905 auf die erdenklichste Art beschimpft
wurde. Die Garde, so wurde erzählt, sei feige gewesen, sie sei zuhause geblieben,
während sie auf dem Kriegsschauplatz hätte sein sollen. Wenn die Garde in den
Krieg gezogen wäre, dann wäre der japanische Krieg gewonnen usw. Dabei wurde
22
dem Volke verschwiegen, daß es nicht Aufgabe der Garde war, in diesen
Kolonialkrieg einzugreifen. Das Truppenaufgebot für diesen Krieg wurde nach
den nächstgelegenen Militärbezirken zusammengestellt, so daß die westlichen
Militärbezirke, wie St. Petersburg (Garde) Wilna, Warschau usw. gar nicht oder
nur im geringsten Maße in Anspruch genommen wurden. Ungeachtet dessen
haben sich Gardeoffiziere vielfach freiwillig für die aktive Verwendung in diesem
Kriege gemeldet. Die Garde Rußlands hatte eben wesentlich andere Aufgaben, als
nur ausschließlich solche rein militärischen Charakters. Das war die Quittung der
freimaurerisch-gesonnenen revolutionären Kreise an die Garde dafür, daß sie in
treuer, monarchischer Gesinnung die Revolution von 1905 unterdrückt hatte.
Immerhin, die Garde war in ihrer Ehre gekränkt, und, als der große Krieg
ausbrach, bat sie den Kaiser, sie als erste ins Feld zu schicken. Das war ein
schwerer Fehler, denn dadurch hat die Garde den Revolutionären unbedacht einen
großen Dienst geleistet. Auf Ostpreußens Feldern ist sie zum größten Teil
gefallen. Wenn die alte Garde bis zuletzt zuhause geblieben wäre, dann hätte die
Revolution nicht um sich greifen können, es wäre höchstens zu einer
Palastrevolution gekommen. Das, was zurzeit des Ausbruchs der Revolution in
den Garderegimentern steckte, waren Neulinge, Rekruten, denen die Tradition der
alten Garde ein leerer Wahn war. Wenn wir vom russisch-japanischen Kriege
sprechen, so dürfen wir nicht vergessen, daß England seinem mit Japan im Jahre
1902 geschlossenen Bündnisse getreu, Japan mit allen nur erdenklichen Mitteln
unterstützte. Die russische Ostseeflotte wurde auf ihrer Fahrt nach dem fernen
Osten von den Engländern auf alle mögliche Art und Weise schikaniert und
aufgehalten. Vor dem Suezkanal mußte die russische Flotte wochenlang liegen,
weil die Engländer im Kanal “zufällig” ein Schiff versenkt hatten: die russische
Flotte mußte rund um Afrika laufen; im Indischen Ozean gab kein englisches
Schiff den Russen Kohle ab, die japanischen Schiffe aber hatten Cardiff-Kohlen
usw. Wenn die Flotte des Admirals Togo geschlagen worden wäre, dann wäre
Japan geschwächt, und Japans alter Gegner, Amerika und dessen Handel, wären
gestärkt worden; Amerika würde England gegenüber zu einem allzu gefährlichen
Konkurrenten auf dem Weltmarkt geworden sein. Aus Furcht vor Amerika hat
England alles aufgeboten, um Japan behilflich zu sein, und Wilson hat bei England
seinen Dank abgetragen, indem er für das “befreundete” England die Lanze brach!
Das wäre allerdings menschenfreundlich, ja fantastisch-ideal, wie man es von
einem praktisch veranlagten Amerikaner kaum erwarten dürfte, wenn nicht die
ganze Sache einen Haken gehabt hätte. Der grauenhafte unbeschränkte U-
Bootkrieg versenkte ein jedes Handelsschiff, das ja schließlich nicht nach England
zu gehen brauchte, ebensowenig, wie es nicht nach Deutschland gehen durfte,
dessen am Kriege unbeteiligte Arbeiterkinder und Säuglinge nach Wilsons
23
Ausfassung ja auch nicht zu essen brauchten! Die vielen Quäker, die sich eben in
Deutschland befinden, können es ja bestätigen, ob die Kinder in Deutschland auch
essen mußten, oder ob sie sich begnügen konnten mit der Anhimmelung jenes
zukünftigen Nobelpreisträgers, des menschenfreundlichsten “Friedens”stifters Mr.
Wilson und seines Völkerbundes. Übrigens dürfte Mr. Wilson bei seiner
ausgesprochenen Menschenfreundlichkeit und seinem turmhohen
Gerechtigkeitssinn wohl oder übel zugeben müssen, daß der Völkerbund letzten
Endes nichts anderes ist, als die von jenem “schwächlichen” und “beschränkten”
Nikolai II. ersonnene Haager Konferenz, allerdings nach jüdisch-freimaurerischem
Zuschnitt!
Das goldene Kalb und die versteckte Unschuld.
Nun dürfen wir uns aber erlauben die Behauptung aufzustellen, daß die U-
Bootfrage genau so wie die Frage der belgischen Neutralität nur vorgeschoben ist,
um den wahren Grund zum Kriege zu verschleiern. Der satanische Urheber zum
Kriege ist das Leihkapital, der Götze Mammon. Eine kleine Gruppe von jüdischen
“Geschäfts”leuten brauchte “so ein bißchen Krieg”, um den Geldverkehr in
Bewegung zu bringen und mehr verdienen zu können. Das sind die Vertreter der
Pariser und Londoner Börsen, die Vertreter der französischen und englischen
Großbanken. Während das werktätige Kapital möglichst gleichmäßige Preise
braucht, können die Banken nur dann wirklich gute Geschäfte machen, wenn die
Valuta steigt und fällt, kurz, wenn es die sogenannte Hausse und Baisse gibt.
Kriege aber geben bekanntlich starke Haussen und Baissen und bieten dadurch die
besten Spekulationsmöglichkeiten.
Und die belgische Neutralität? Nun ja, Belgien muß ja wohl schuldlos sein,
wenn in der Welt so viel von seiner Unschuld gesprochen wird, und es wird ja
bestimmt nur ein ganz belangloser “Zufall” sein, daß gleich nach Ausbruch des
Krieges belgische Flieger öffentlich in ihren Uniformen in den Straßen St.
Petersburgs umherspazierten, wenn schon alle Welt und jedes Kind in Petersburg
es wußte, daß Poincare bei seinem Besuch in Petersburg im Juli 1914 aus seinen
Schiffen zerlegte belgische Flugapparate und belgische Flieger als Instrukteure für
die russische Armee mitgebracht hatte. Es wurde daraus kein Hehl gemacht, im
Gegenteil, es wurde als ein forscher Streich hingestellt. Das Fliegerwesen war in
Rußland noch nicht auf genügender Höhe, doch durch die belgischen Flieger und
Flugapparate wurde es bedeutend verbessert.
Die belgische Basis des russischen Flugwesens und eine tiefe Verbeugung
der anerkennenden Dankbarkeit vor dem belgischen Lehrmeister fanden ihren
24
Ausdruck in der Uniformierung der russischen Flieger, die sich im Allgemeinen
stark an die belgische anlehnte und als Kopfbedeckung sogar die getreueste
Nachbildung der belgischen Kappe brachte, in Form und Farbe so unrussisch
wie möglich, und dieses alles zurzeit der Hochflut nationaler Eigenart auch in
allen Äußerlichkeiten. Ja, ja, Belgien war neutral – das ist eben eine feststehende
Tatsache, an der man nicht rütteln darf, denn sonst müßte man England der
Heuchelei bezichtigen, wenn England als Grund seines Eingreifens in den Krieg
das Eintreten für die belgische Neutralität angibt. Und Poincare wurde
ausgerechnet von Foch begleitet, und daß Foch mit Ssuchomlinow, dem
russischen Kriegsminister, und namentlich mit dem Generalstabschef
Januschkewitsch nur “Anstandsvisiten” gewechselt haben, das steht doch außer
Zweifel!! Wie sollte es diesen Herren auch in den Sinn gekommen sein, an eine
Kriegsmöglichkeit überhaupt nur zu denken!! O, ihr armen, betörten Völker!!!
Die “hessische Krankheit”.
Das Chodynkaunglück, das Ausbleiben des sehnlichst erwarteten
Thronfolgers, der unglückliche japanische Krieg und die Revolution 1905 mit den
gräßlichen Morden und Scheußlichkeiten, die namentlich von den Esten und
Letten in geradezu bestialischer Weise ausgeführt wurden, hatten der armen Frau
schwere Stunden bereitet. Endlich war der langersehnte Thronfolger da, und sie,
die sie durch den schweren Stand übertrieben gottesfürchtig geworden war,
glaubte felsenfest an die Wunderkraft Rasputins. Den Thronfolger aber ließ sie
nicht aus dem Auge. Als der Knabe größer war, wurde ein Soldat, mit Namen
Derewenko, sein ständiger Begleiter, der für sein Leben verantwortlich war. Eine
rührende Freundschaft entspann sich zwischen den beiden. Die junge Zarin hatte
allen Grund für das Wohl des Knaben zu fürchten. Ungeachtet aller Sorgfalt
wollte es der über den letzten der Romanows waltende Unstern, daß der
Thronfolger einen schweren Unfall erlitt. Gelegentlich eines Besuches der
Kaiserlichen Yacht glitt er aus und zog sich hierbei eine schwere Beinverletzung
zu. Gerüchte über ein Attentat, die in diesem Zusammenhange auftauchten, haben
sich nicht auf ihre Glaubwürdigkeit hin feststellen lassen.
Rasputin war aus irgend einem Grunde in Ungnade gefallen und wurde vom
Zaren nach Tobolsk, seiner Heimat, zurückgeschickt. Die feindliche Partei
bemächtigte sich dieses Vorfalles, um Rasputin zum Werkzeug ihrer Pläne zu
machen. Sie veranlaßten ihn, die Zarin zu bitten, ihn zurückzuhalten, da er das
Empfinden habe, sein Schicksal hänge mit dem des Thronfolgers zusammen, und
daß diesem etwas zustoßen könne, wenn er dem Hofe fern sei. Der Zar bestand
aber auf seinem Befehl und Rasputin mußte reisen. In Petersburg wirkte zu der
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Zeit ein in den weitesten Kreisen bekannt gewordener Tibetaner, der sich
Naturarzt nannte und der seine Patienten mit tibetanischen Heilkräutern
behandelte und der gerade aus den oberen Gesellschaftsschichten bis hinauf zu
den Hofkreisen großen Zulauf hatte. Dieser gab einer Hofdame ein Pulver, das
wohl aus Ginseng bestand, einer Wurzel, die die Eigenschaft hat, Blutungen
hervorzurufen und zu diesem Zwecke im fernen Osten viel verwendet wird.
Sobald Rasputin fort war, schüttete die Hofdame täglich eine Kleinigkeit von
diesem Pulver in die Speisen des Prinzen und seine Wunden begannen zu bluten.
Das war wieder ein geeigneter Stoff, um das Volk gegen das Zarenhaus zu hetzen
und den kleinen Kronprinzen beim Volke als einen Degenerierten hinzustellen.
Dabei wurde wieder der “Deutschen” ein Seitenhieb versetzt. Der Thronfolger
habe von seiner Mutter die sogenannte “hessische Krankheit” geerbt, an der
angeblich das ganze Haus Hessen leide und allmählich zugrunde gehe. Jede
ärztliche Hilfe war vergebens, denn die wahre “Krankheit” konnte natürlich nicht
festgestellt werden. Da bat die Zarin den Kaiser in ihrer Not, er möge doch zu
ihrer Beruhigung, und um des Kindes willen, Rasputin zurückkommen lassen. Der
Kaiser gewährte die Bitte seiner unsäglich leidenden Gattin und Rasputin wurde
zurückgerufen. Mit dem Augenblick, wo Rasputin seine Abreise meldete, hörte
die Wunde zu bluten auf, denn die Hofdame schüttete weiter keine Pulver in die
Speisen des Prinzen. Damit war der Zweck der Intrigue erreicht: Rasputin
zurückberufen, im steigenden Einfluß, aber unbewußtes Werkzeug in den Händen
der Gegner der Zarin.
Das wahre Gesicht.
Dem Zaren waren wegen eines leichten Leidens medizinische Bäder
verordnet, deren Zubereitung von einem Arzt beaufsichtigt wurden. Als eines
Tages der Zar das Bad nehmen wollte, hatte sein alter Kammerdiener auf dem
Wege ins Badezimmer Gelegenheit gefunden, dem Zaren zuzuflüstern, er möge
nicht in die Wanne steigen: das Bad sei vergiftet. Als die Zarin von diesem
Attentate hörte, war sie natürlich sehr erregt und sie bat Rasputin, in jede Wanne,
die ein Mitglied der kaiserlichen Familie besteigen sollte, zuvor das heilige Kreuz
zu tauchen. Durch Eintauchen des heiligen Kreuzes wurde das Wasser nach
russischem Glauben geweiht. Manch schmutzige Märchen wurden vonseiten der
Revolutionäre im Anschluß an diese Anordnung der Zarin nach Ausbruch der
Revolution im Volke verbreitet, unter anderen das, daß Rasputin mit der Zarin und
den kaiserlichen Töchtern zusammen gebadet habe. Auch wurden von jüdischen
Verlegern in großen Mengen Broschüren verbreitet, in denen Zeichnungen
schmutzigster Art über die Zarin und die Töchter abgebildet waren, die
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wiederzugeben das Schamgefühl verbietet. Und all dieser Schmutz wurde mit dem
hochklingenden Namen “Pressefreiheit” entschuldigt. Ich hatte Gelegenheit,
sämtliche vier kaiserliche Töchter aus nächster Nähe beobachten zu können. Es
war im Sommer 1916, in einem der Militärlazarette in Petersburg, das den Namen
der einen Tochter des Kaiserpaares führte. Zufällig befand ich mich im benannten
Hospital, als die vier kaiserlichen Prinzessinnen dasselbe besuchten. Es waren
schlichte junge Mädchen. Ich hatte den Eindruck von wohlerzogenen,
kerngesunden, jungen Menschenkindern, denen man nicht entfernt die
angedichteten sexuellen Ausschweifungen zutrauen konnte. Freundlich und nett
unterhielten sie sich mit einem jeden der Verwundeten und dem Personal, trösteten
die Kranken und schenkten jedem zur Erinnerung ein kleines auf der Brust zu
tragendes Kreuzchen oder ein Heiligenbild. Sowohl die Kaiserin Alexandra als
auch ihre Töchter, besuchten bald dieses, bald jenes Lazarett unermüdlich. Für
jeden Verwundeten fanden sie ein tröstendes Wort. Aber auch dieses wohltätige
Werk sollte in den Schmutz gezogen werden. In einem Moskauer Hospital waren
zwanzig verwundete Gefangene aus einem hessischen Regiment untergebracht.
Die hessischen und die russischen Verwundeten lagen in zwei nebeneinander-
liegenden Sälen. Man führte die Zarin durch den Saal der russischen
Verwundeten. Wie immer verteilte sie an die Kranken die Heiligenbilder. Nachher
führte man sie in den Saal, in dem die deutschen Verwundeten lagen. Natürlich
schenkte sie den Deutschen nicht ein Kreuz oder ein Heiligenbild, das für diese
nicht den Sinn hatte, wie für die Russen, sondern sie gab einem jeden ein
Goldstück. Sofort wurde in der Stadt erzählt, die Zarin habe ihr Deutschtum
bewiesen und die Deutschen den Russen vorgezogen, da sie ihnen Goldstücke
gegeben habe.
So wurde von den Revolutionären im Volke gegen die Herrscherfamilie
gehetzt. Man denke sich in die Lage der unglücklichen Fürstin hinein: sie eine
deutsche Prinzessin und Zarin von Rußland in einer Zeit, wo Deutschland mit
Rußland im Kriege war. Hier ihr Gatte, ihre Töchter, ihr Sohn, ihre zweite Heimat,
dort ihre ganze Verwandtschaft. Vergessen wir nicht, daß eine leibliche Schwester
von ihr den Prinzen Heinrich von Preußen zum Gemahl hatte. Eine zweite
Schwester war die Gattin des englischen Herzogs von Connought, eine dritte
Schwester war die Gemahlin des von den Nihilisten ermordeten Großfürsten
Sergius von Rußland, dem dieselben Nihilisten die Schuld am oben geschilderten
Chodynkaunglück zudichteten und sie selbst dauernd in Ängsten um das Leben
ihres Gatten und ihres Sohnes und obendrein ständig von allen Seiten angefeindet.
Kann eine solche Frau überhaupt an Liebeleien denken? Es gehört eine jüdische
Verlogenheit und Niedertracht dazu, ein derartig schmutziges Gerücht zu
verbreiten und eine außerordentliche Stumpfsinnigkeit, derartig schmutzigem
Geschwätz überhaupt ein Ohr zu leihen. Was hatte diese ärmste Dulderin im
Zarinnenornat zu tragen und zu dulden! Sie war mehr als eine russische Marie-
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Antoniette! Sie war eben die verhaßte “Deutsche” und gehörte zu der Nation der
“Hunnen und Barbaren”. Das war es eben!
Rasputin aber in irgend welche schmutzigen Beziehungen zu der Familie des
Zaren zu bringen, dazu gehört eine jüdisch-freimaurerische Unverfrorenheit und
Schamlosigkeit, aber auch die Stupidität und Stumpfsinnigkeit der rohen
Volksmassen. Wie immer Rasputins persönliches Leben gewesen sein mag, so hat
man im Volke über ihn vor der Miljukowschen Rede in der Duma nur gehört, daß
er sehr vielen Armen geholfen hat. Sein Name war in jedermanns Munde erst seit
jenen “Enthüllungen” dieses edlen Ententeanhängers. Man mußte aber den Kaiser
und das Kaiserhaus heruntermachen und in den Kot ziehen denn sonst wäre ja das
revolutionäre Geschäftchen kaum gelungen und darauf kam es ja eben an. Über
Rasputins angebliche Vorliebe für die Frauenwelt wurde nach der Revolution viel
geredet, nun denn, wir dürfen uns nicht scheuen, festzustellen, daß Kerenski, wie
ja allgemein bekannt, eine etwas mehr als kleine Schwäche für das Weibliche
hatte. Ohne Morphiumspritze und ohne Weiber ist Kerenski eben nicht denkbar.
Parasiten.
Es mag festgestellt werden, daß die Juden nach Möglichkeit sich nicht
offenkundig gegen die Regierung auflehnten, die sie von Grund ihrer Seele
haßten, sie arbeiteten vielmehr nach der auch in anderen Staaten durchaus
bewährten Methode, unauffällig und in aller Stille, derart, daß die Bevölkerung,
die keinen politischen Ausblick hatte, nichts Direktes ihnen nachsagen konnte, ja
sogar ihre Mitarbeit häufig für durchaus wünschenswert hielt. Für ihre geheimen
Zwecke schickten sie die ungebildete Arbeitermasse vor, die sie vorher organisiert
und durch die Presse, die fast ausschließlich in ihren Händen war, verhetzt hatten.
Andererseits verstanden sie es aber, die Leute durch Schlagworte irre zu führen,
die auf die große Menge, die politisch absolut unreif ist, ja als ein großes
politisches Wickelkind angesehen werden muß, einen rein hypnotischen Einfluß
ausübten. Ein besonderes Talent zeigten sie in der Zersplitterung der Volksmenge
in Parteien. Sie verstanden es, wie ja überhaupt in der Welt, in jeder Partei eine
führende Stellung einzunehmen oder aber die führenden Persönlichkeiten unter
ihren Einfluß zu bringen. Das geeignete Mittel zur Erreichung ihrer Ziele war
Geld, häufig aber bedienten sie sich der Vermittlung schöner Frauen. Dann aber
suchten sie bald diese Partei, bald jene gegen eine dritte aufzustacheln, damit es zu
einem heftigen Anprall zwischen den einzelnen Parteien komme und der Riß
zwischen den Volksschichten ein um so größerer werde. Ferner legten sie einen
besonderen Wert darauf, Stadt und Land gegeneinander zu hetzen, kurz, es kam
ihnen darauf an, Uneinigkeit im Volke zu säen, denn, je mehr ein Volk sich in
28
Parteien zersplittert, um so günstiger ist es für ihre geheimen Ziele. Daher kam es
auch, daß in der Duma der Streit zwischen den Parteien nicht aufhörte und die
Folge davon war, daß die Duma eigentlich recht wenig positive Arbeit geleistet
hat, vielmehr in Streitigkeiten die Kräfte und die Zeit verzettelte. Sie wußten es zu
genau, daß mit dem Augenblick, wo dieser Gegensatz ausgeschaltet ist, ein
Ordnungsblock zustande gekommen, den zu bekämpfen ihnen glattweg unmöglich
gewesen wäre. Rußland wäre dann gerettet, der Juden Spiel aber ein für allemal
ausgespielt! Die Juden haben die Lehre aus der alten Geschichte vom Vater und
den sieben Söhnen sich voll und ganz zu eigen gemacht. Selbst waren und blieben
sie Juden. Ob die einzelnen unter ihnen als Mitglieder des russischen Volkes
rechts oder links standen, untereinander aber, also als Mitglieder des jüdischen
Volkes, kannten sie keine politischen Unterschiede, unter sich waren und blieben
sie eben Juden. Für die anderen predigten sie die allbeglückende Internationale,
unter sich aber pflegten sie das nationale Bewußtsein in gesteigertem Maße. Als
Beleg hierfür mag folgende Tatsache dienen: während es bei Sibirienstrafe
verboten war, deutschen Kriegsgefangenen etwas zu geben, haben die Juden es
verstanden durchzusetzen, daß deutsche Kriegsgefangene, allerdings jüdischen
Glaubens und Nationalität, das Passafest in jüdischen Familien verbringen durften.
Die Juden, ob sie russische oder sonst welche Untertanen sind, sind eben etwas
anderes, als die übrige Volks”menge”. Bei dieser Arbeit, das russische Volk in
möglichst viele Parteien zu zersplittern und die Parteien gegeneinander
aufzupeitschen, fanden sie natürlich weitgehendste Unterstützung bei der Presse,
die in Rußland genau so, wie in anderen Länder, soweit sie nicht konservativ-
monarchistisch war, zum bedeutenden Teil in jüdischen Händen sich befand oder
unter jüdischem Einfluß stand, wie aus nachstehender Aufzählung der wichtigsten
russischen Zeitungen ersichtlich ist:
Die führenden russischen Tageblätter:
Novoje Wremja
Verleger: Att.-Ges. A. S. Suworin (Hauptinhaber: Rabinowitsch, Jude).
Das offiziöse Organ Rußlands, wurde von England stark subsidiert, ging
sofort nach Ausbruch der Revolution ins linke Lager über. Nicht zu
verwechseln mit der gegenwärtig in Bukarest erscheinenden R. Wr.
Wetscherneje Wremja
Verleger: Att.-Ges. Boris Suworin (Hauptinhaber: Manassewitsch-Manuiloff
und Goldstein, beides Juden).
Fortschrittliche Zeitung.
29
Rjetsch
Verleger: Hessen, Jude.
Das Organ Miljukoff’s, die Hochburg der Kadetten,* scharf
regierungsfeindlich.
Sowremennoje Slowo
Verleger: Hessen, Jude.
Das Blatt der Links-Kadetten.
Rußkoje Slowo
Verleger: Ssytin, Russe.
Der Verleger stand unter schärfstem Einfluß der Revolutionäre, sein Blatt –
regierungsfeindlich.
Denj
Verleger: Kugel, Jude.
Auf seiner Fahne stand das Kerenski-Wort: “Krieg bis zum siegreichen
Ende”; nebenbei war das Blatt stark tschechenfreundlich.
Birshewyja Wjedomoski
Verleger: Propper, Jude.
Gemäßigt, anfänglich deutschfreundlich, nachher von England stark
unterstützt, wurde das Blatt scharf Deutschfeindlich.
Birshewaja Gaseta
Verleger: Propper, Jude.
Das Börsenblatt, ein rein wirtschaftliches Blatt, das viel in der Handelswelt
gelesen wurde. Dieselbe Tendenz, wie bei dem vorigen Blatte.
Kopeika
Verleger: Gorodetzki, Jude.
Das Blatt des einfachen Mannes, ein verbreitetes Boulevardblättchen, das nur
eine Kopeke kostete, dafür aber die Seele des gemeinen Mannes voll und
ganz beherrschte: “was schwarz auf weiß steht, ist eben wahr”.
Utro Rossiji
Verleger: Rjabuschinski, Russe.
Als Finanzmann in absoluter Abhängigkeit der Großbanken und daher am
Gängelbande des Judentums und, natürlich, stark regierungsfeindlich.
*
Mit Kadetten wurden die Anhänger der konstitutionell-demokratischen Partei bezeichnet.
30
Rowoski
Verleger: Rotowitsch, Jude.
Das Leiborgan des kleinen Schmier-Juden, in dem vornehmlich reinjüdische
Angelegenheiten behandelt wurden.
Petrogradski Listok
Verleger: Wladimirski, Russe.
Petrogradskaja Gaseta
Verleger: Chudjakoff, Russe.
In den Redaktionen beider Blätter waren fast sämtliche Angestellten –
Juden. Beide Blätter waren weit verbreitet in den Kreisen des Klein-
Bürgertums.
Kiewljanin
Verleger: Schulgin, Russe.
Konservativ.
Riwa
Verleger: Marks, Jude.
Das verbreiteste illustrierte Wochenblatt.
Die kleinen Blätter: Odesski Listok (Brodski, Jude), Rowosti Dnja
(Lipskeroff, Jude), Rasch Wjek (Prof. Chodski, Jude) und die Menge der
Lokalblätter waren natürlich nur ein Abklatsch der führenden Blätter in Rußland,
die ihrerseits die öffentliche Meinung in Rußland beeinflußten.
Obige Aufstellung ist ein sprechendes Zeugnis dafür, wie schlecht es zur
Zarenzeit den armen Juden in Rußland ergangen ist!*
Land.
Dauernd wurde in allen Tonarten über die schwere Lage des russischen
Bauern gesprochen und immer wieder betont, es müsse ihm geholfen werden, dem
Bauern müsse Land gegeben werden. Nötiger als Landzuwachs brauchte indessen
der russische Bauer das, was Stolypin in einigen Gegenden bereits durchgeführt
hatte: Aufhebung der Feldgemeinschaft. Das russische Bauerland war
Gemeindebesitz, und die dem einzelnen zugeteilte Parzelle wechselte nach allzu
*
Obige Aufstellung ist aber auch ein sprechendes Zeugnis für die “Deutschfreundlichkeit” der Ostjuden.
31
kurzer Zeit ihren Nutznießer, als das dieser ein Interesse für Meliorationen hätte
finden können; eine notwendige Folge hiervon war das uralte Dreifeldersystem.
Ein weiterer Übelstand lag darin, daß der Bauer seine Parzelle nicht in einem
Stück beieinander hatte, sondern in vielen kleinen Streifen verteilt, je nach der
Bodenart der Feldmark, da ja jeder seinen gleichen Anteil am guten, wie am
schlechten Boden haben mußte. Einerseits blieb hierbei viel Land in den
fußbreiten Abgrenzungsstrichen ungenutzt liegen, anderseits wurde viel Zeit
vergeudet um von einem Feldstück zum anderen zu gelangen; häufig hatte der
Bauer l bis 2 Meilen Düngerfuhr! Nach einer kurzen Reihe von Jahren wurde das
Land wieder entsprechend der Kopfzahl umparzelliert. – Stolypins Agrarreform
hatte es sich zur Aufgabe gemacht, vom Gemeindebesitz zur Einzelwirtschaft nach
baltischem Vorbild überzugehen. Mit dieser Reform wäre ein wesentlicher Teil
der sozialen Frage im Agrarstaate Rußland gelöst gewesen. Denn mit dem
Übergange zur Einzelwirtschaft sollte die Landwirtschaft auch in technischer
Hinsicht gefördert werden: Einführung der Vielfelderwirtschaft mit wechselnder
Fruchtfolge, Beschaffung billigen Kunstdüngers und landwirtschaftlicher
Maschinen und Geräte, Ausgestaltung des landwirtschaftlichen Genossenschafts-
wesens in allen seinen Teilen, landwirtschaftliche Elementarschulen,
Wanderlehrer usw. Dieser großzügige Gedanke in die Tat umgesetzt, hätte in
wenigen Jahrzehnten einen wohlhabenden und damit konservativen Bauernstand
geschaffen und damit der revolutionären Hetze den Boden entzogen. Das mußte
verhindert werden, und darum mußte Stolypin am 13. September 1911 von der
Mörderhand des Juden Herschkowitz, genannt Bogrow, fallen! Nun hatte die
sozialrevulutionäre Partei eines Kerenski wieder freie Bahn: mit Stolypin war die
ganze Agrarreform getötet, wieder galt das Schlagwort “Land und Freiheit” und
der Bauer, der ausschlaggebende Faktor im Agrarstaate Rußland war wieder in das
revolutionäre Joch gezwungen.
Branntwein.
Es wurde ständig über das staatliche Branntweinmonopol, das im Jahre 1894
eingeführt worden war, hin und her geredet und dem Zaren die spöttische
Bezeichnung eines “Schnapshändlers” zugelegt. Zur Zeit der Revolution wurde
immer von Sozialisierung aller möglichen Betriebe geredet, während zur Zarenzeit
über diesen ersten Sozialisierungsversuch gründlich gespottet wurde, trotzdem
diese Maßnahme von einem glänzenden Erfolg gekrönt war. Die Bruttoeinnahme
des Branntweinmonopols hatte bald 800 Millionen Rubel erreicht und machte rund
ein Drittel des Staatsbudgets aus. Dabei muß darauf hingewiesen werden, daß
durchaus nicht mehr getrunken wurde, als zur Zeit des Freihandels. Aber diese 800
32
Millionen Rudel flossen in die Taschen des Staates und kamen somit dem Volke
zugute und nicht, wie früher, in die der jüdischen Aufkäufer, Zwischenhändler,
Gastwirte und Ausschanke. Als der Branntwein im Freihandel zu haben war,
wurde der kleine Mann von den Kneipenbesitzern häufig buchstäblich bis aufs
Hemd ausgezogen. Widerliche Szenen haben sich vor den Kneipen abgespielt.
Täglich, ja stündlich konnte man vor den Kneipen solche unglücklichen Leute
sehen, die ohne Mütze, Rock und Stiefel, denn diese hatten sie schon nebst dem
Wochenlohn vertrunken, taumelnd und wankend vor den Kneipen sich
umhertrieben und mit Mühe sich die Beinkleider abzogen, um diese auch in die
Kneipe zu bringen und dort für ein Glas Branntwein loszuwerden. Im Dorfe
vertrank der Bauer seine Ernte auf dem Halme, das Wohl und Wehe seines ganzen
Hausstandes hing von der Gnade des Kulak – des jüdischen Dorfwucherers ab.
Mit Einführung des Branntweinmonopols hörten diese widerlichen Szenen auf,
denn die Verkäufer in den staatlichen Branntweinverkaufsstellen durften unter
keinen Umständen einem Angeheiterten den Branntwein verabfolgen. Ferner muß
unterstrichen werden, daß der staatliche Verkauf von Branntwein nicht zum
geringen Ärger der Revolutionsmacher und Volkshetzer das seinige dazu
beigetragen hat, die Revolution von 1905 unterdrücken zu helfen. Das
Branntweinmonopol hat insofern zur Unterdrückung der Revolution wesentlich
beigetragen, als der Staat durch Sperrung des Branntweinhandels es in der Hand
hatte, die größte Ursache der “Begeisterung” und damit dieses selbst zu
unterbinden. Das sind die Gründe, warum in den unter jüdischem Einfluß
stehenden Linkskreisen so sehr über das staatliche Branntweinmonopol gespottet
wurde.
Schule.
Ein weiteres Thema zu Verhetzungen des Volkes war die Schulfrage. Es ist
nicht zu leugnen, daß Rußland keinen Überfluß an Schulen hatte und doch muß
man andererseits zugeben, daß die Schulen billig waren und auch dem einfachsten
Mann der Besuch der Schule nichts im Wege stand. Man könnte sagen, daß es
beinahe als ein Minus dem Staate angerechnet werden muß, daß der Schulbesuch
so erleichtert wurde. Während in England beispielsweise der Besuch der
Mittelschule nur Kindern von recht wohlhabenden Menschen möglich ist, war es
in Rußland durchaus keine Seltenheit, daß Kinder ganz armer Leute ein
Gymnasium oder eine Realschule besuchten. Es waren wohl an den meisten
Schulen Stipendien eingerichtet, die den begabten und fleißigen Kindern der
ärmsten Eltern zugute kamen. Die Minusseite lag in folgendem: irgend ein
Dorfgeistlicher, der selbst ein nur ganz geringes Gehalt bezog, vielleicht 20 Rubel
33
monatlich, schickte seinen Sohn in die Großstadt zur Schule. Er konnte ihm im
besten Falle vielleicht 10 Rubel monatlich zum Leben geben, das war alles und
genügte natürlich nicht. Schon angefangen von den mittleren Klassen und bis zum
Schluß des Universitätsstudiums waren diese Armen gezwungen, sich durch
Stundengeben einen Zuschuß zu erwerben, wobei sie häufig sehr weite Strecken
zurücklegen mußten, um zum Schüler gelangen zu können. Beständig konnte man
bei den entsprechenden Announcen den Vermerk lesen: rastojaniem ne stjesnjajus
(die Entfernung spielt keine Rolle). Die große Konkurrenz unter den Repetitoren-
Nachhilfelehrern, da das Angebot gewöhnlich größer war, als die Nachfrage, war
die Veranlassung zu dieser Bemerkung. All diese Leute, die natürlich ein
kümmerliches Dasein fristeten, waren zu leicht zugängig allen Zuflüsterungen
ihrer nihilistisch veranlagten Mitschüler und vermehrten die Zahl der Nihilisten.
Weltunerfahren, ohne jede Kenntnis des praktischen Lebens, wollten sie von ihren
gewiß ehrlich gemeinten, immerhin unausführbaren Träumen geleitet, die Welt
verbessern und eine neue Weltordnung schaffen und gerieten so, zumeist
unbewußt, ins Garn ihrer freimaurerisch-nihilistisch gesonnenen Führer, von
denen sie häufig zu Vollstreckern deren Ideen und Morde ausgenutzt wurden.
Nachdem diese wahrlich unglücklichen Hungerleider sich schließlich nach langen
Entbehrungen doch durch das Studium durchgeschlagen oder eigentlich richtiger
durchgehungert hatten, da geschah es bei sehr, sehr vielen von ihnen, daß sie sich
in einer recht unangenehmen Lage befanden: dem Elternhause waren sie
entfremdet, zu Hause waren den Eltern und anderen Verwandten ihre Ideen zu
hoch, und diese wiederum ihren gebildeten Söhnen zu einfach, zu “dumm”
geblieben, er hat das Heim verloren und in der Stadt, ja, da hat er auch keinen
rechten Anschluß gefunden. Man brachte ihm, als einem gebildeten Manne, wohl
die ihm gebührende Achtung entgegen, aber einen geselligen Verkehr konnte er
doch nicht finden, denn es fehlte ihm die Kinderstube. Natürlich war er mit seinem
Los nicht zufrieden und vergrößerte nur die Zahl der unbefriedigten,
unzufriedenen Intelligenz. Bei anderen aber, denen das Glück hold war, bei denen
verschwand merkwürdigerweise jede Spur von Liberalismus oder auch Idealismus
bei Erhalt einer guten Stellung und schlug in das Gegenteil um. Ein Beispiel für
diese Kathegorie von Leuten bildete der ehemalige Minister der Volksaufklärung
Bogoljepow. Als äußerst armer, sehr freisinniger Student hatte er das Glück
gehabt, Privatstunden in einem der besten Häuser zu erhalten. In der Folge machte
es sich so, daß er die Tochter des Hauses heiratete und schließlich, dank den
Beziehungen seiner angeheirateten Verwandtschaft immer höher stieg, bis er
endlich zu dem Posten eines Ministers der Volksaufklärung hinaufgestiegen war.
Dieser Sohn aus dem Volke entpuppte sich aber auf seinem hohem Posten als ein
unduldsamer Bürokrat. Nach kurzer Tätigkeit im Ministerium wurde er von einem
Bittsteller erschossen.
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Eine gewisse Beschränkung für den Eintritt in die Schulen bestand nur für die
Juden. Die Zahl jüdischer Schüler in jeder Schule durfte nicht mehr als 5%
betragen, und zwar aus folgenden Gründen: die Schulen waren natürlich in erster
Reihe für die russischen Kinder bestimmt. Die Juden aber stürmten die besten
Schulen mit hervorragenden Lehrkräften und verhinderten dadurch den
christlichen Kindern den Zutritt zu diesen Schulen.
So kam es, daß die Regierung es gerecht fand, wenigstens in den von der
Krone unterhaltenen und subsidierten Schulen den Eintritt in diese Schulen, je
nach dem Verhältnis der Zahl der jüdischen Bevölkerung zu der Zahl der übrigen
Bevölkerung mit einer Abrundung zugunsten der Juden zu begrenzen. Bei der
Gesamtzahl der russischen Bevölkerung von ca. 165 Millionen lebten im
russischen Reiche ca. 6 Millionen Juden, somit war die jüdische Bevölkerung nur
3¾% stark. Wenn nun die Regierung eine Norm von 5% für die Juden ausstellte,
so ist das in keinem Falle ungerecht, um so mehr, als die Schulbehörden bei den
Privatschulen, auch bei denen mit staatlichen Rechten, es stillschweigend
zuließen, daß in diesen Schulen die 5% recht häufig überstiegen wurden.
Außerdem gab es von Juden selbst unterhaltene Mittelschulen, und endlich war es
den Juden nicht verboten, alljährlich ihr Examen für die einzelnen Klassen an den
von der Regierung unterhaltenen Mittelschulen zu machen und entsprechende
offizielle vollgültige Zeugnisse sich zu erwerben. Diese vollkommen gerechte und
gerechtfertigte Beschränkung für die Juden nutzten diese, wiederum nicht
offenkundig, in aller Stille aus, um in der Welt und Rußland selbst die Meinung zu
verbreiten, die Regierung stehe einer weiten Volksaufklärung feindlich gegenüber.
In die Zahl der 5% wurden diejenigen Schüler aufgenommen, die die beste
Aufnahmeprüfung bestanden hatten, wobei die Juden selbst ganz genau
unterrichtet waren, welche Kinder die besten Prüfungen bestanden hatten. In
russischen Schulen war die 5 die beste, die 1 die schlechteste Nummer.
Während des Krieges wurde zu der Zeit, als Graf Ignatiew Minister war, den
Juden die Vergünstigung gewährt, bis zu 10% in die Schulen aufgenommen zu
werden und nach Ausbruch der Revolution wurde jede Beschränkung bei der
Aufnahme von Schülern, wie es hieß, “jüdischer Nationalität” aufgehoben. Nun ist
folgendes interessant festzustellen: der Verfasser dieser Schrift hatte sehr viele
Bekannte in der Lehrerwelt und hörte nun sowohl in Petersburg, als in Moskau
und in den verschiedenen Städten Süd-Rußlands folgendes allgemeine Urteil der
Lehrerschaft: während bei der 5%igen Norm die Schüler, die aufgenommen
wurden, durchweg 5 (sehr gut) in den unteren Klassen und 4 bis 5 (gut bis sehr
gut) in den oberen Klassen hatten, erzielten die Schüler bei der 10%igen Norm in
den unteren Klassen 4 (gut), in den oberen 3 (genügend), so daß es vorkam, daß in
vielen Schulen die 10% gar nicht erreicht wurden und nach Ausbruch der
35
Revolution war eine 4 (gut) mehr oder weniger eine Seltenheit bei jüdischen
Schülern. Also keine höhere natürliche Begabung der Juden war die Ursache, daß
die 5% jüdischer Schüler zu den besten der Schule zählten, sondern eine Folge der
natürlichen Auswahl aus einer großen Zahl nicht der Begabtesten, sondern der
Strebsamsten, Zähesten und wirklich gut Vorbereiteten.
Dieses ist ein Beweis dafür, daß die sogenannte “Überbegabung” eben nichts
mehr als eine Fabel ist. Gewiß gibt es in der jüdischen Nation hervorragende
Geister, wie in jeder anderen, daß aber das ganze jüdische Volk in seiner
Gesamtheit begabter und höher steht als eine andere kulturelle Nation, das ist und
bleibt ein Ammenmärchen. Nicht ohne Interesse dürfte auch folgendes Erlebnis an
einer der Universitäten sein. Nach Ausbruch der Revolution besuchte ich in
Gesellschaft eines bekannten höheren Lehrers eine Versammlung jüdischer
Studenten. Unter anderem wurde auch darüber geredet, daß die alte zaristische
Regierung der Bevölkerung keine Schulen gegeben und die Bauern wissentlich im
Dunkeln gelassen habe. Die Mehrzahl der Bauern könne nicht einmal lesen. Da
verstieg sich obengenannter Lehrer zu einer in damaliger Zeit unerhörten
Dreistigkeit, die er sich nur dank dem Umstande erlauben durfte, daß er sowohl
bei Schülern als auch bei Studenten sehr beliebt war. Er führte in seiner kurzen
Rede ungefähr folgendes aus: “Ihr redet davon, daß die Regierung nicht genügend
getan hat, um den Bauer zu bilden, schön, was habt ihr getan, denen das Los der
Bauern so am Herzen liegt? Jahraus, jahrein habt Ihr Eure Winter- und
Sommerferien auf dem Lande verbracht, warum habt Ihr denn nicht 20 oder nur 10
Bauern um Euch geschart und ihnen das Lesen beigebracht? Ihr seid über tausend
Mann allein an dieser Universität, Eurem Beispiel könnten die anderen
Hochschulen Rußlands folgen und dann – – -” es brach ein großer Tumult aus und
einer der Studenten platzte heraus: “Dazu hatten wir keine Zeit, wir hatten das
Volk politisch aufzuklären!” Was das für eine Aufklärungsarbeit war, nun, das hat
man ja erlebt und erlebt es heute noch. Armes, verführtes und verhetztes Volk!
Geheime Zusammenhänge.
Der Vergessenheit entrissen zu werden, verdient folgendes: Mitte April 1915
erließ der Großfürst Nikolai Rikolajewitsch den Befehl, sämtliche Juden aus einer
100 Werst breiten Zone hinter der Front ins Innere des Reiches auszuweisen, weil
es durch die Kriegsgerichte festgestellt wurde, daß unter je 100 nachgewiesenen
Fällen von Spionage an der Front in 98 Fällen Juden beteiligt waren. Die
Londoner Börse hat gegen diese Maßregel des Großfürsten dadurch protestiert,
daß sie den Wert des russischen Rubels in kurzer Zeit um 7 Prozent herabsetzte.
36
Während man im April an der Londoner Börse für je 10 englische Pfund ganz
gleichmäßig 114¼ bis 114¾ Rubel zahlte, fiel vom 23. April ab der russische
Rubel allmählich, aber ununterbrochen, bis man am 18. Mai für je 10 englische
Pfund bereits 122 Rubel zahlen mußte. Und das an der Börse einer verbündeten
Macht! Daß das zaristische Rußland im Herbst 1914 die Verbündeten gerettet hat,
da Paris fraglos von den Deutschen erobert worden und damit der Krieg für die
Verbündeten verloren gewesen wäre, wenn nicht die russischen Truppen
Ostpreußen und Galizien überschwemmt hätten, das hatte man rasch und gern
vergessen, daß aber der russische Befehlshaber es gewagt hatte, die armen Juden
ein wenig am Zeuge zu flicken, das war eine unerhörte Missetat, die gerügt
werden mußte. Man stelle sich nur vor, welch eine gewaltige Summe diese 7%
ausmachten, wenn man bedenkt, daß Rußland darauf angewiesen war, seinen
Gesamtbedarf an Kriegsmaterial von den Verbündeten zu beziehen. Ist das nicht
ein schlagender Beweis dafür, wie sehr der Londoner Börse, der Hochburg des
internationalen Leih- und Großkapitals, das Judentum am Herzen liegt?
Wenn man nun ferner bedenkt, daß England allein, und speziell London, mehr
freimaurerische Logen und mehr Brüder besitzt, als die übrige Welt zusammen,
dann kann man aus Obigem sich ein recht niedliches Bild machen.
Weitere Zusammenhänge.
Während nun die panslavistischen Parteien durch den Krieg eine Revolution
im Innern des Landes zu verhüten hofften, deren Ausbruch nahe bevorstand, dank
der dauernden Hetze der jüdisch-nihilistischen Kreise, so erhofften diese gerade,
daß der Krieg mit einer gewaltigen Revolution enden würde, die den Sturz der
Monarchien in Rußland hervorrufen und darauf den Sturz der Monarchien in den
Mittelmächten nach sich ziehen würde. Dem Botschafter von England, dem
Freimaurer und englischen Staatsangehörigen jüdischer Nationalität, Sir
Buchanan, erschien diese “Konjunktur” in Rußland äußerst günstig für die
versteckten Ziele der “Weltdiplomatie”. Er tat nun einen folgeschweren Schritt: er
gab der kriegshetzerischen Partei die vollkommene Gewißheit der
Kriegsbeteiligung Englands. Die Unruhen und Streiks im Juli 1914, bei denen
auffälligerweise keine ökonomischen Forderungen gestellt wurden, sind geschickt
dazu ausgenutzt worden, um den damaligen Kriegsminister Suchomlinow und
namentlich seinen Generalstabschef Januschkewitsch zu beeinflussen, die
Mobilmachung der russischen Armee, gegen den ausdrücklichen Wunsch des
Zaren, doch durchzuführen. Der Besuch des französischen Präsidenten im Juli
1911 gerade zu der Zeit, als die brennende innerpolitische Lage in Rußland den
37
Höhepunkt erreicht hatte, war die Fackel, die das Pulverfaß zum Sprengen bringen
sollte. Die geheimen Erwartungen und Hoffnungen, die die revolutionären Kreise
auf den Krieg setzten, verwandelten beim Ausbruch des Krieges diese Unruhen
und Streiks plötzlich in den schärfsten Patriotismus.
Wie sehr die revolutionären Kreise Rußlands unter dem Bann des jüdischen
Geistes standen, ist daraus ersichtlich, daß sowohl in Polen, als auch in Litauen im
Herbst 1915 die jüdischen Buchhandlungen unter der Hand die hier abgebildete
Postkarte* feilgeboten haben, auf der ein jüdischer Rabbiner abgebildet ist, der in
*
Das Bild und die Erklärung der auf der Postkarte sich befindenden Worte in hebräischer Sprache sind
entnommen der von Gottfried zur Beek herausgegebenen Schrift “Die Geheimnisse der Weisen von
Zion”, erschienen im Verlag “Auf Vorposten” in Charlottenburg, 4. 1919, 3. Auflage.
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der einen Hand den Talmud, in der anderen einen weißen Hahn hält, dessen Kopf
das Bildnis des Zaren Nikolai II. mit der Kaiserkrone trägt. Die hebräischen
Buchstaben heißen: “sä chalipati, sä temurati, sä kaporati”. Die Übersetzung
lautet: Dieses sei meine Loslösung (das Opfertier, mit dem ich mich löse), dieses
sei mein Tausch (der Ersatz, der an meine Stelle tritt), dieses sei mein
Sühnopfer!
Schon bei Beginn des Krieges haben die Juden in Rußland die Sünden ihres
Volkes auf die Schultern des Zaren abgeladen und diesen ihrem Gotte als
Sühnopfer darbringen wollen!
Panslavismus bei der Arbeit.
Seit 1907 griff der panslavistische Gedanke mit besonderem Nachdrucke
über die Grenzen Rußlands hinaus. Die Verfechter und Träger dieses Gedankens,
der alle Slaven unter Rußlands ausschlaggebenden Einfluß bringen sollte, waren
die Tschechen mit ihrem Führer Dr. Kramarsch und dessen russischen Freunden,
unter denen sich neben vielen anderen der Herausgeber der Zeitung “Rowoje
Sveno” befand. Dauernd wurde von ihnen bei jeder Gelegenheit der große Kampf
zwischen Slaventum und Germanentum gepredigt, der mit der Zertrümmerung
Österreichs und darauffolgender Zertrümmerung Deutschlands enden sollte. In der
Zeitung “Rowoje Sveno” war schon am 28. März 1914 zu lesen, daß in ein paar
Monaten der Weltkrieg ausbrechen und weiter, daß England an dem großen
Kriege teilnehmen werde. Ständig wurde in Rußland über die Umgestaltung der
Karte von Europa gesprochen. Wir dürfen dabei nicht vergessen, daß der
Herausgeber von Poincare und Grey empfangen worden war, und diese Nachricht
dabei einen offiziösen Charakter erhielt. In allen Tonarten wurde auf die deutsche
Vergewaltigung Rußlands hingewiesen.
Tschechischem Einfluß ist es zuzuschreiben, daß gleich zu Beginn des
Krieges das 200jährige St. Petersburg Peters des Großen in Petrograd umbenannt
wurde.
Derselbe Kramarsch und die Tschechen hetzten ebenfalls ununterbrochen in
Frankreich und waren die eifrigsten Schürer des Revanchegedankens. Wo immer
Franzosen und Tschechen zusammen kamen, überall wurde über die Revanche
gesprochen. Die englische Einkreisungspolitik hat sie tatkräftig gefördert. In
Amerika haben sie durch das Schlagwort von den “unterdrückten” Nationen
gearbeitet. Die vielen in Amerika lebenden Tschechen haben bei jeder Gelegenheit
und in jeder Form dieses geflügelte Wort immer wieder hervorgeholt und so das
amerikanische Volk belogen und Stimmung für den Krieg gemacht. Das war ihnen
um so leichter, als der Präsident Wilson dauernd von seinem Schwager, einem
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Tschechen, über die unglückliche tschechische Nation unterrichtet wurde.
Dasselbe Schlagwort von den “unterdrückten” Nationen wurde auch in Rußland in
weitestgehendem Maße ausgenutzt, wobei nur von
den Balkanvölkern und den Österreich untertanen
immer wieder die Rede war. Von den unterdrückten
Irländern, Ägyptern, Indiern etc. war nirgends
erwähnt. Diese Hetze fand in den panslavistischen
Kreisen ein um so willigeres Ohr, als Rußland als die
Befreierin der slavischen Völkerschaften hingestellt
wurde, das schmeichelte natürlich der russischen
Eitelkeit. Bezeichnend ist, daß gleich zu Beginn des
Krieges Wohltätigkeitsmarken zur Ausgabe
gelangten, die wie nebenstehende Abbildung zeigt,
die Aufschrift hatten “zweiter vaterländischer
Krieg”. Der “erste vaterländische Krieg” war der
Befreiungskrieg von 1812 von der Gewaltherrschaft
Napoleons. Der “zweite vaterländische Krieg” war
der Befreiungskrieg von der deutschen Vergewaltigung.
So wurde von der allzu verjudeten Presse gehetzt.
Stimmungsmache.
Als am Anfang des Krieges Rußland siegreich zu sein schien, wurde auch
von der linksradikalen Presse die Tüchtigkeit des russischen Soldaten besonders
hervorgehoben. Während die rechtsstehende Presse dieses in überschwenglicher
Form aus dem Gefühl eines begreiflichen Patriotismus heraus tat, verherrlichte die
linksstehende, da sie einen späteren Umsturz plante, die Tüchtigkeit des Soldaten,
des Sohnes aus dem Volke, unterstrichen wurde immer die Tapferkeit “des
gemeinen Mannes”, dem gegenüber späterhin der Offizier als Sohn der
“bourgeoisen Klasse” in den Schmutz gezogen werden konnte.
Gleichzeitig wurde das deutsche Offizierskorps besonders hervorgehoben,
nicht um dem deutschen Offizierskorps gerecht zu werden, bewahre, nur um ganz
allmählich, aber um so sicherer einen Gegensatz zwischen den Soldaten und den
Offizieren vorzubereiten. Dann wurde gesagt, der deutsche Soldat habe eine
bedeutend bessere Verpflegung als der russische, obgleich gerade das Gegenteil
der Fall war. Dann wieder, und zwar gleich im Herbst 1914, daß die russischen
Schützengräben bedeutend schlechter wären als die deutschen, die tadellos
zementiert, mit elektrischem Licht, mit Möbel, ja sogar mit Klavieren und
Teppichen ausgestattet seien; auch wurde mit Vorliebe erzählt, daß die
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Deutschen zum Ausnehmen ihrer Schützengräben sich besonderer gewaltiger
Schaufelmaschinen bedienten, die jede einzelne in einer Stunde so und so viele
Kilometer tadelloser Schützengräben fertigstellten, während der russische Soldat
sich seine Schützengräben selbst graben müsse. Wahr ist, daß die Deutschen
solche Schützengräben, wie sie die Russen hatten, wenigstens zu Anfang des
Krieges gar nicht kannten. Alle diese Märchen wurden natürlich nicht an der
Front, wohl aber um so eifriger im Volke verbreitet. Wenn nun ein Urlauber nach
Hause kam, wurde er auf all dieses hin ausgefragt, was er, einer natürlichen
menschlichen Schwäche gehorchend, um sich recht als Helden und Märtyrer für
das Vaterland hinzustellen, gern bestätigte, ja manches Schauerliche noch
hinzudichtete, wenn gleich er selbst nie in der Feuerlinie gewesen ist, ja vielleicht
sehr weit zurück in der Etappe gelegen hat. Auch von dem Trommelfeuer, daß die
Deutschen von Anfang des Krieges an entwickelt hätten, wurden Wunderdinge
erzählt. Aus je hundert und mehr Schuß der Deutschen wären die Russen nur in
der Lage gewesen, mit nur einem Kanonenschuß zu erwidern, auch das war
Erfindung. So wurde das Volk allmählich, aber systematisch aufgehetzt, aber
immerhin, man war in Ostpreußen und war Sieger. Fieberhaft wurde in allen
Werkstätten Munition gearbeitet. Alle an die Front abgehenden Kisten mit
Munition erhielten die Aufschrift: “Geschosse nicht sparen.”
Die ganze Industrie wurde mobilisiert und “damit die Sache auch wirklich
klappt”, wurden Kriegsausschüsse gegründet, die das ganze in die Hand nehmen
und leiten sollten. Es wurde nun seitens gewisser Kreise dafür gesorgt, daß eine
möglichst große Anzahl von Arbeitervertretern in diese Kriegsausschüsse hinein
kamen. Der versteckte Zweck dieser Maßregel war, neben oben angeführter
Unterstreichung der Tapferkeit des Soldaten im Gegensatz zum Offizierskorps,
auch die Tüchtigkeit des Arbeiters im Gegensatz zu den Fabrikbesitzern
hervorheben zu können. Nur der Soldat und der Arbeiter hätten im Kriege etwas
geleistet, die übrigen alle: Offiziere und Ingenieure, Fabrikbesitzer, Beamte,
Werkschaftsführer usw. hätten nur ein Drohnendasein geführt. Sie seien eben die
Vertreter der zu hassenden Bourgeoisie. Diese Arbeitervertreter in den
Kriegsausschüssen waren der Grundstock für die nachherigen Arbeiter- und
Soldatenräte, die ihrerseits im späteren Verlauf der Revolution zu Trägern und
Verbreitern der bolschewistischen Ideen wurden.
Vereitelte Friedensbestrebungen.
Der deutsche Kaiser machte 1916 Nikolaus II. einen Friedensvorschlag, und
zwar sollte zugunsten Deutschlands eine kleine Grenzberichtigung in Kurland
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stattfinden. Polen sollte selbständiges Königreich werden, Galizien, das
sogenannte Rotrußland, sollte zu Rußland fallen und ebenfalls Armenien, wenn
Rußland fortan neutral bliebe. Sollte aber Rußland gegen die Entente vorgehen,
dann sollte auch Polen an Rußland zurückfallen. Eine Kriegsentschädigung sollte
in keinem Falle von keinem der beiden gezahlt werden. Der damalige
Ministerpräsident Stürmer, der Innenminister Protonpopow und Rasputin
empfahlen dem Zaren, die Friedensbedingungen anzunehmen, da das Volk
kriegsmüde sei, und das Gespenst der Revolution bereits an Rußlands Tür klopfe.
Ungern wollte der Zar Polen verlieren. Er schickte Protopopow nach Stockholm,
um mit dem deutschen Vertreter zu verhandeln. Die Friedensgeneigtheit des Zaren
konnte auf die Dauer dem englischen Botschafter nicht verborgen bleiben. Seine
Gegenaktion bestand darin, daß er den ganz unter seinem Einfluß stehenden
Miljukow veranlaßte, in der Duma die berüchtigte Rede “Rasputin und
Rasputuiza”* zu halten, in der die Zarin unter anderem in niederträchtiger Weise in
Beziehungen zu Rasputin gebracht wurde. Ferner richtete er seine Angriffe gegen
Stürmer und Protopopow, die er unverschleiert des Landesverrates bezichtigte.
Als Abgeordneter der Duma konnte er nur auf Befehl des Zaren oder des
Präsidenten der Duma verhaftet werden und nicht auf dem Territorium der Duma.
Der Dumapristaw erhielt den Befehl, Miljukow zu verhaften, sobald er den Palast
verließe. Da fuhr vor die Duma ein Auto der englischen Gesandtschaft vor, in dem
der englische Botschafter Buchanan saß. Als Miljukow die Treppen hinabstieg,
kam Buchanan ihm entgegen, umarmte ihn, geleitete ihn ins Auto und fuhr mit
ihm in die englische Botschaft, (!) wo Miljukow bis zum Ausbruch der Revolution
verblieb. Es hieß damals allgemein, ob zu recht oder nicht, ist mir unbekannt,
Miljukow habe für diese Rede von der englischen Regierung eine bedeutende
Geldsumme erhalten. Bezeichnend für seine Gesinnung ist, daß er in Kowno die
“Judenmutter” (jewrejskaja matka) genannt wurde. Als Mitglied der Duma
besuchte er Kowno und hielt dort eine den Juden angenehme Rede und wurde von
ihnen fürstlich bewirtet. Neben Miljukow war es Kerenski, der mit dem englischen
Botschafter in ständiger Fühlung stand. Kerenskis Mutter, eine geborene Adler,
verwitwete, als der kleine Kerenski ein Jahr alt war und heiratete zum zweiten Mal
einen Kerenski, dessen Vorfahren zur Zeit Nikolais I. in Kowno Rabbiner waren.
Kerenski selbst ist ein geborener Aron Kirbis, den sein Stiefvater adoptierte und
ihn Alexander taufen ließ.
*
Dieses Wort ist ein Wortspiel und kann nicht wörtlich übersetzt werden, hat aber die ungefähre
Bedeutung: “der und die auf Abwege Gegangene”.
42
Protopopow.
Der neue Innenminister Protopopow hatte durchaus richtig die Gefahr
erkannt, die von obengenanntem Hauptkriegsausschuß, dem Sammelpunkt für die
revolutionären Kräfte, her drohte, hatte doch gerade diese Gesellschaft, sich in den
Arbeiter- und Soldatenrat der Revolution die wirkliche Macht gleich in den ersten
Tagen der Revolution an sich gerissen.
Wer war denn eigentlich Protopopow? Er wurde vom Zaren zum
Innenminister ernannt, als er Vizepräsident der Duma war. Während des Krieges
hatte nämlich der Zar einen Schritt getan, den bisher kein Herrscher irgend eines
Staates getan hatte. Er besuchte persönlich die Duma, die ja sozusagen die Rolle
eines russischen Unterhauses gespielt hat. Die Dumaabgeordneten nannte er die
Auserwählten des russischen Volkes, denn sie waren vom Volke direkt gewählt.
Aus ihrer Mitte wählten nun die Abgeordneten den Präsidenten und zwei
Vizepräsidenten, die nun natürlich die Auserwählten aus der Zahl der
Auserwählten waren. Einen von diesen, Protopopow, ernannte er zum wichtigen
Posten eines Innenministers. Er wollte damit zeigen, daß er durchaus Hand in
Hand mit den Vertretern des Volkes arbeiten wolle und damit indirekt dem
parlamentarischen System entgegenkam.
Die Presse wurde immer dreister und hetzte in geradezu verbrecherischer
Weise, sie fühlte ihre Macht, denn sie wußte es, daß die Regierung ihrer bedurfte,
um die Stimmung bei der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Der unbefangene
Beobachter konnte sich in dieser Zeit in Rußland so recht davon überzeugen, wie
unheilvoll der Einfluß der in jüdischen Händen befindlichen Presse beim Volke ist
und wie diese Schritt für Schritt mit kolossaler Zähigkeit die Revolutionierung des
Volkes durchsetzte und die Volksmassen auspeitschte. Es war interessant, zu
beobachten, wie selbst durchaus vernünftige und rechtlichdenkende zuverlässige
Leute sich von der Presse betören ließen und ganz in ihrem Banne standen. Auch
zeigten die Verbände der Landschaften und Städte und die Kriegsausschüsse, in
denen, wie schon gesagt, gewählte Vertreter der Arbeiterschaft saßen, eine
Organisiertheit, die direkt gefährlich erscheinen mußte.
Rasputins Ende.
Buchanan war eine Zierde der englischen Diplomatie. Mit tadellosem
Geschäftssinn und dem dazu gehörigen Geschick verstand er es, die drei
Persönlichkeiten, die in Rußland eine Rolle spielten, alle drei Dumaabgeordnete
mit seinen Netzen zu umgarnen. Purischkewitsch, den einflußreichsten Mann der
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Rechtsparteien, Miljukow, den Führer der während des Krieges gebildeten
Mittelparteien, die die Regierung bei jeder Gelegenheit angriffen, und endlich
Kerenski, den Abgott der Linken. Den Vertreter der Rechtsparteien,
Purischkewitsch, der es durchaus redlich meinte, aber von seinem
überschwenglichen Patriotismus verblendet war, bestärkte er dauernd in dem
Glauben, Deutschland werde endlich doch zusammenbrechen müssen, denn mit
dem Eintritt Amerikas in den Krieg muß und wird Deutschland unterliegen, auch
sei für eine Revolutionierung Deutschlands bereits gesorgt, man müsse nur den
kriegsmüden Nikolai II. absetzen, dem Volk einige Vergünstigungen einräumen
und dadurch die Kriegslust wieder heben, dann werde bestimmt wieder eine
ebensolche Begeisterung das Volk für die heilige Sache ergreifen, wie damals, als
Ssuchomlinow abgesetzt wurde. Ssuchomlinow war damals der Sündenbock, jetzt
wird Nikolai II. dieser sein, und die Sache wird klappen. Nikolai II. mit seiner
deutschen Gemahlin und seinen deutschfreundlichen Ratgebern Rasputin,
Stürmer, Protopopow müsse man beseitigen, und sie als die Schuldigen an den
bisherigen Mißerfolgen an den Pranger stellen! Das war die schwerste Aufgabe
des Botschafters, diesen Mann für den Umsturz zu gewinnen, doch es gelang, weil
er es verstanden hatte, ihn und seinen Anhang an der empfindsamsten Stelle, dem
fast krankhaften Nationalempfinden, zu packen. Daher ist es auch erklärlich, daß
die Revolution so glatt, fast ohne jedes Blutvergießen ablief und sich an derselben
sogar Offiziere beteiligen, die der neuen Regierung ihre Ergebenheit versicherten.
Das waren eben die Erfolge der Kriegshetze! Die beiden anderen bekannten
Führer zu gewinnen, war ein Leichtes schon darum, weil sowohl Miljukow, als
auch Kerenski Freimaurer sind und auch seinem Stamme nicht allzu ferne standen,
und endlich noch vor dem Kriege zum englischen Botschafter die besten
Beziehungen unterhalten haben. Miljukow hatte noch obendrein das glänzende
Schlagwort “Demokratie” an die Hand bekommen, das ja wie ein Opiumrausch
auf die Massen wirkt und Kerenski? Dieser Schwätzer, dieser theatralische Poseur,
der sich selbst so gerne zu hören liebte, seiner Eitelkeit schmeichelte es, in
Zukunft eine überaus blendende Rolle spielen zu können. Dem Geschäftsblick, der
Routine, der Tüchtigkeit, der Kenntnis des englischen Diplomaten ist es gelungen,
die Führer der drei Hauptparteien Rußlands, jeden gesondert, und doch zu
gemeinsamem Handeln zu veranlassen.
In völliger Abhängigkeit von der Entente, unentschlossen zu irgendeiner
energischen und entscheidenden Tat, berauschte sich Kerenski gern an seinem
eigenen Wortgeklingel und war tief befriedigt, wenn die Menge seiner Eitelkeit
schmeichelte und ihm zujubelte, wobei er sehr empfänglich war für jede, auch die
allerplumpeste Schmeichelei mit einer an Größenwahn grenzenden tüchtigen
Portion jüdischen Protzentums ausgestattet, markierte er den einzigen
Hoffnungsstern Rußlands. Charakteristisch für ihn ist seine Äußerung “ohne mich
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geht Rußland zugrunde”. Der vielgeschmähte Zar hat mit Würde sich in sein
Schicksal zu fügen gewußt, der gefeierte Kerenski hat es verstanden, sich und
seine “Ersparnisse” in Sicherheit zu bringen.
Ein großer Teil der Nationalisten war gegen den Frieden und folgedessen
auch gegen Rasputin. Wie es heißt, soll Rasputin im Palast des Fürsten Jussupow
ermordet worden sein.
Die ganze Angelegenheit ist in tiefes Dunkel gehüllt. Ob Rasputin erschossen
worden ist oder notgedrungen Selbstmord verübt hat, ist bisher nicht aufgeklärt
worden. Tatsache ist, daß die Leiche Rasputins unter der Eisdecke der Newa
aufgefunden wurde. Und der Mann, auf dessen Hinweise hin der Zar zum Frieden
neigte, war tot.*
Ausbruch der Revolution.
Kerenski und Leute seiner Partei und seines Stammes waren es, die die
schwärende Beule der Revolution endlich zum Aufgehen brachten, indem sie die
immer schärfer werdende Transportkrise und, damit verbunden, die erschwerte
Belieferung der Großstädte mit Nahrungsmitteln als ein willkommenes und
dankbares Agitationsmittel für die revolutionäre Propaganda ansnutzten.
Noch waren in genügender Menge Mehl- und Brotvorräte in Petersburg
vorhanden, als das Gerücht ausgesprengt wurde, eine Hungersnot werde in
kürzester Zeit in Petersburg ausbrechen. Die Massen stürmten die Bäckerläden, an
denen sich wüste Szenen abspielten. Die Polizei, die das Volk zu beruhigen
versuchte, wurde tätlich angegriffen, verprügelt und in gewaltigen
Demonstrationszügen wälzte sich die aufgeregte Volksmenge durch die Straßen.
So arbeiteten die deutschfeindliche Partei und die Juden Hand in Hand und
zeigten die in ihren Ausgängen grauenvollste Revolution, die je die
Weltgeschichte gekannt hat.
Die letzte Session der Duma war in schwülstigen Reden der Ernährungsfrage
gewidmet. Das Gespenst des Hungers wurde an die Wand gemalt, obgleich wie
schon oben erwähnt, die Lage noch nicht kritisch war, denn nach Ausbruch der
Revolution war die Sache genau so wie zuvor, und die von den Hetzern
angekündigte große Hungersnot trat doch nicht ein. Da sah sich die Regierung
gezwungen, die Duma bis auf den April zu vertagen. Am 12. März trat der
Ältestenausschuß der Duma zusammen, um von dem mit dem 10. datierten Erlaß
*
Rasputin war für den Frieden, Kerenski für den “Krieg bis zum siegreichen Ende”. Dem sibirischen
Bauern lagen die Interessen des russischen Volkes eben näher am Herzen als dem geckenhaften
jüdischen Rechtsanwalt.
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die Zaren über die Vertagung der Duma Kenntnis zu nehmen: die Duma vertagte
sich nicht, und die Revolution war ausgebrochen!
Unter den Klängen der Marseillaise, ein bedeutsames Zeichen dafür, daß die
Revolution nicht aus dem Volke heraus, sondern künstlich hervorgerufen war, da
das russische Volk sich zu keiner eigenen* Revolutionshymne verstiegen hatte, die
alle Volkschichten umfassend, spontan, wie ein aus dem Herzen des Volkes
kommendes, von niemand verfaßtes und doch von allen gesungenes gewaltiges
Volkslied, das wie eine kernige, markige Nationalhymne durch die Welt braust.
Unter den Klängen dieser volksfremden Marseillaise mit fliegenden roten Fahnen
zogen die Truppen, zum Teil mit ihren Offizieren, zum Teil ohne dieselben, und
begleitet von einer gewaltigen Volksmenge zur Duma, um der neuen Staatsgewalt
zu huldigen. Mit flammenden Reden wurden sie hier von den Abgeordneten der
Linken Kerenski, Tscheidse und Skobelew empfangen. Zu gleicher Zeit wurde im
Dumagebäude der Arbeiter- und Soldatenrat von den hier versammelten
Vertretern der Fabrikarbeiter und Soldaten gebildet.
Bemerkenswert ist, daß der Arbeiter- und Soldatenrat zum allerkleinsten Teil
aus wirklichen Arbeitern bestand, der bei weitem größte Teil bestand aus
Revolutionsmachern, entgleisten Intellektuellen und Juden.
Über die übrigen Phasen der russischen Revolution soll hier nicht berichtet
werden, da sie über die gesteckten Grenzen meiner Schrift hinausgehen, es sei nur
noch bemerkt, daß nach Bildung der neuen Regierung das Präsidium und das
Innere Fürst Lwow, das Ministerium Miljukow und das Justizministerium
Kerenski zugeteilt erhielten. Alle drei – Freimaurer. Kaum war die Regierung
gebildet, als Miljukow aus dem Sitzungszimmer trat und dem Volk die Mitteilung
machte, daß Nikolai II. für sich und seinen Sohn zugunsten seines Bruders
Michael dem Throne entsagt habe, daß ferner eine verfassungsgebende
Versammlung das parlamentarische Regime gesichert und der Krieg “bis zum
siegreichen Ende” durchgeführt werden würde.
Nikolai II. hatte seinen Platz dem Großfürsten Michael abgetreten. In vollem
Bestande begab sich die Regierung zu Michael. Kerenski hatte den Großfürsten
veranlaßt, nicht sofort den Thron anzunehmen, die zeitweilige Regierung könne
die Zwischenzeit dazu benutzen, einige neue Gesetze herauszugeben, deren
Annahme für den neuen Zaren, als solchen, für den Augenblick nicht gut möglich
waren, die er aber als bereits bestehende anerkennen könnte. Darauf gab der
Großfürst Michael am 3. 16. März eine Erklärung dahin ab, daß er den Thron nur
*
Nur die Fabrikarbeiter, deren Zahl eine verschwindend kleine war, hatten schon seit mehreren Jahren
eine von einem Nihilisten verfaßte “Arbeitermarseillaise”, aber auch diese “Marseillaise” war nur ein
künstliches Produkt, da sie keine eigene Melodie hatte, sondern nach dem Chopinschen Trauermarsch
gesungen wurde.
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annehmen wolle, wenn die verfassungsgebende Versammlung sich dafür
aussprechen würde. In Wirklichkeit aber haben Kerenski und Genossen die Zeit
dazu ausgenutzt, um die Macht an sich zu reißen.
Der Arbeiter- und Soldatenrat aber, der sich selber, nach den in Rußland
herrschenden, etwas merkwürdigen Begriffen von der Demokratie, als Vertreter
nur des Proletariats, und nicht der Gesamtbevölkerung Rußlands bezeichnet hatte,
erklärte der Regierung, daß er gegen die Fortsetzung der Monarchie sei, und die
Regierung, fügte sich! Am selben Tage bekannte sich Kerenski zur Republik. Das
Ziel der Freimaurer, der Sturz der Monarchie in Rußland, war erreicht!
Wohl wurde die verfassungsgebende Versammlung einberufen, aber nur, um
von einem Haufen jüdischer Bolschewisten und ihren Nachläufern
auseinandergetrieben zu werden; von einem parlamentarischen Regime kann
überhaupt nicht die Rede sein und der “Krieg bis zum siegreichen Ende” war
nichts mehr, nichts weniger als eine grenzenlose Blamage!
Das alte Regime und die neuen Männer.
Nikolai II. wird es vorgeworfen, daß er es nicht verstanden habe, sich beim
Volke beliebt zu machen und als “Charakterloser” Schwächling zum Regieren
unfähig gewesen sei. Nun denn, so soll hier festgenagelt werden, daß Nikolai II.
ein ganz hervorragender und hochgebildeter Herrscher gewesen ist. Nicht nur, daß
er fast sämtliche europäischen Sprachen fließend beherrschte, hatte er eine
außerordentlich sorgfältige Erziehung und Bildung genossen und gehörte zu den
allergebildetsten Staatsoberhäuptern seiner Zeit; dabei hatte er einen wahrhaft
vornehmen, ritterlichen Charakter.
Aus dem Rahmen eines grenzenlosen Lugs und Betrugs der Februartage
heraus tritt die würdevoll-erhabene, prunklos-majestätische Ruhe seiner
Persönlichkeit hervor. Er ging einen geraden Weg! Als er die Überzeugung
gewonnen hatte, daß seine Umgebung ihn zu verraten bereit ist, trat er ruhig
zurück und überließ seinen Feinden die Regierung, um kein unnützes Blut zu
vergießen und den Bruderkrieg zu vermeiden. Und wie entsagte er dem Throne? –
Für sich und seinen Sohn!!
Was auch seine Feinde ihm nachsagen mögen, hat er, trotz der schändlichen
gegen ihn gerichteten Intriguen, das russische Volk während 23 Jahre regiert, und
nicht zum Schaden seines Volkes. Er war ein Ehrlichdenkender und liebte sein
Volk, was man von den neuen Männern durchaus nicht behaupten kann.
Gewinnsucht und Ehrgeiz, Hunger nach Beifall und Größenwahn kennzeichnen
diese.
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Ferner wird Nikolai II. vorgeworfen, daß er unbeständig, unzuverlässig war
und daß er keinen duldete, der klüger war als er. Ob dieser Vorwurf berechtigt ist,
mag dahingestellt sein. Wahr ist, daß er sich dauernd von Feinden umgeben sah,
wie es denn auch wahr ist, daß er es fühlte, wie irgend eine geheimnisvolle,
unheimliche und doch unangreifbare, weil unauffindbare Macht ihn mit ihren
Netzen umgarnte. Daß es die Freimaurer sind, das konnte er nicht ahnen, die stille
Arbeit der Freimaurer aber, die Arbeit von Hammer und Kelle, die fühlte er und
das ist die Erklärung dazu, daß er in seinem Benehmen äußerst liebenswürdig war,
häufig sich für diese oder jene Idee zu interessieren zeigte, um sie doch zu
verwerfen. Er fühlte es, daß er niemanden trauen durfte, daß er von Feinden
umgeben war. Dieses war das wahrhaft tragische Moment in seinem Leben. Wie
Heinrich IV., einer der beliebtesten Könige in Frankreich, durch die Jahre
hindurch die Schritte seines nachherigen Mörders hörte, so fühlte Nikolai II. die
unheimliche, unauffällige Arbeit von Hammer und Kelle der Freimaurer. Und
dieser Arbeit ist es zu verdanken, daß er und seine Familie den Märtyrertod
erleiden mußten.
Während seiner Regierung sind folgende großzügige Reformen und
Leistungen eingeführt resp. verwirklicht worden:
Noch als Thronfolger hat er mit dem Bau der gewaltigen sibirischen
Eisenbahn, der längsten der Welt, ca. 12.000 Kilometer lang, begonnen, ohne die
Rußland während des japanischen Krieges das halbe Sibirien, wenn nicht mehr,
verloren hätte.
Dann die Großbahnen: l. Moskau-Archangelsk, 2. Petersburg-Kiew, 3.
Moskau-Poweletzk-Koslow, 4. Rjasan-Pottowsk-Uralsk, 5. Petersburg-Perm, 6.
Moskau-Ural, 7. Kreutzburg-Moskau, 8. Chabarowsk-Port-Arthur, 9. die
Baikalbahn, 10. die Amurbahn, 11. die Bugulmansker Bahn, während des Krieges
die Bahn Petersburg- Murmanküste und viele andere Großbahnen und die
Unmenge kleinerer Bahnen und endlich das gesamte große und bedeutende Netz
der Schmalspurbahnen, die für Rußland von ganz außerordentlicher Bedeutung
waren, sind sein Werk.
Das russische Eisenbahnnetz ist während der Regierungszeit Nikolai des
Zweiten um ein mehrfaches gewachsen; viele Gebiete, die früher von der Welt wie
abgeschlossen waren, sind erst durch die neuen Bahnen erschlossen worden.
Auch die russische Flotte ist stark vergrößert worden, sowohl die
Kriegsflotte, als auch namentlich die Handelsflotte, die einen gewaltigen
Zuwachs durch neue Schiffe erfahren hatte. Dadurch wurde Rußland erst die
Möglichkeit geboten, einen direkten überseeischen Import- und Exporthandel zu
treiben und nicht ausschließlich vom Zwischenhandel anderer Länder abzuhängen.
Die Goldwährung wurde eingeführt und neben dem Handel auch die bisher
überaus kleine Industrie ganz bedeutend gehoben.
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Weiter: die Haager Konferenz, die Wilson sich zum Vorbilde seines
Völkerbundes gemacht hatte, war Nikolai des Zweiten Werk. Ferner hat er seinem
Volke die Duma geschenkt. Leider hat gerade dieses Reformwerk absolut versagt,
statt ein Bindeglied zwischen Volk und Regierung zu sein, war gerade die Duma
diejenige Institution, die einerseits das Volk gegen die Regierung aufstachen,
andererseits aber das Volk leider in allzu viele Parteien zersplitterte. Die ganze
Tätigkeit der Duma bestand in der Hauptsache aus Oppositionsarbeit.
Unter Nikolai dem Zweiten wurde der erste Sozialisierungsversuch in die
Praxis umgesetzt, der Branntweinhandel wurde verstaatlicht, wodurch das Budget
um 800 Millionen Rubel jährlich entlastet wurde.
Wohl mußte der Jude, der bisher den größten Anteil an diesem Geschäft
hatte, auf den recht annehmbaren Gewinn verzichten, die gesamte Bevölkerung
aber hatte durch diese Maßnahme eine bedeutende Steuerersparnis; brauchten
doch diese 800 Millionen Rubel nicht durch direkte Steuern beigetrieben zu
werden.
Ferner wurde das Gesetz zum allgemeinen Schulzwang erlassen, das aber aus
technischen Gründen noch nicht überall in die Praxis umgesetzt werden konnte.
Ein neues bürgerliches Gesetzbuch war im Entwurf bereits fertig und seit 1903
existierte ein vom Zaren bestätigtes neues Strafgesetzbuch. Das Justizwesen* stand
in Rußland an und für sich auf der Höhe, diese beiden Gesetzbücher sollten nun
ganz den modernsten Anforderungen und Erfahrungen entsprechen.
Im Jahre 1916 begann man mit einer großen Reformarbeit im Polizeiwesen:
es sollten die Gehälter der Polizeibeamten bedeutend aufgebessert werden, damit
diese ein wirklich menschenwürdiges Dasein führen konnten und es nicht nötig
hatten, sich nach Nebenerwerb umzusehen; auch sollte an die Einstellung in die
Polizei die Forderung einer höheren Schulbildung geknüpft werden.
Endlich wurde unter Nikolai II. eine ganze Reihe kleinerer Reformen und
Verbesserungen durchgeführt oder in Angriff genommen.
Schließlich, wenn es gelungen wäre, die sogenannte Stolypinsche
Agrarreform durchzuführen, dann wäre der russische Bauer ein reicher Mann und
zuletzt, wenn es Nikolai II. vergönnt gewesen wäre, mit Deutschland einen
Frieden abzuschließen, dann wäre Rußland mit Ehren aus einem Kampfe mit
keinem geringeren Gegner als Deutschland hervorgegangen und Rußlands Glanz
*
Im Justizwesen in Rußland sehen wir folgende eigenartige Erscheinung; Juden konnten weder den
Posten eines Richters, noch den eines Staatsanwaltes bekleiden, wohl aber Karaïme. Außerdem mußten
die Richter unbedingt reiche Leute und Hausbesitzer sein, daher war der Richterstand auch absolut
unbestechlich. Dafür aber bestand die Klasse der Rechtsanwälte zum allergrößten Teil aus Juden. Dem
Einflusse der letzteren war es auch zu verdanken, daß die Justizbeamten in Rußland die stärkste Gruppe
in der demokratischen Partei, den sogenannten Kadetten, deren Führer Miljukoff war, bildeten.
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und Macht wäre gestärkt und gefestigt worden.
Die freimaurerisch gesonnenen Revolutionäre mit ihren jüdischen
Hintermännern haben es verstanden, all diese Reformen und Bestrebungen zu
untergraben, denn es kam ihnen ja darauf an, das Ansehen der Monarchie in
Rußland zu vernichten, denn ein Rußland in Glanz und Macht neben einem
siegreichen Deutschland bedeutete den Untergang des politisierenden
Freimaurertums. Und wie wurde regiert, nachdem Nikolai II. abgedankt hatte? Als
erstes wurden alle ständischen, nationalen und konfessionellen Beschränkungen
und das Gesetz der Siedlungsrayons für die Juden aufgehoben. Nationale und
konfessionelle Beschränkungen bestanden im begrenzten Maßstabe für die Juden.
Volle Amnestie* für alle politischen Vergehen, denen auch terroristische
Akte, Militärrevolten und Agrarunruhen zugezählt wurden, wurde gewährt.
Als angeblich politische Verbrecher wurden gegen ½ Million ganz gemeiner
Verbrecher freigelassen: Mörder, Einbrecher, Diebe, Gauner, unter diesen auch
der Jude Liebermann, der sich Tschernnow nannte und Kerenskis bester Freund
war und der unter ihm Landwirtschaftsminister in Rußland wurde. Er hatte am 9.
Februar 1908 in Petersburg im Fonarnij Pereulok einen Überfall auf einen
Goldtransport der Reichsbank organisiert. Die Grußpflicht der Mannschaften
Offizieren gegenüber wurde abgeschafft, um die Mannschaften gegen dieselben
aufzuhetzen. Sie, die von der jüdischen Presse zu Anfang des Krieges so
besonders ausgezeichneten Söhne des Volkes, durften sich vor den Söhnen der
“Bourgeoisie” nicht zu einem Gruße erniedrigen! Diese durch den sogenannten
Befehl Nr. 1 eingeführte Aufhebung der Grußpflicht hat die Disziplin in der
russischen Armee rettungslos vernichtet und die Mannschaften endgültig
demoralisiert.
Die verrohten und vertierten Soldaten verließen in Scharen die Front und
zogen mordend, raubend und plündernd durch das Land. Die Zeitungen strotzten
voller Artikel über scheußliche Mordtaten, die von Personen “in Soldatenkleidern”
verübt worden waren.
Viele Zehntausende von Offizieren sind von ihren eigenen Soldaten
hingeschlachtet worden. Das war der versteckte Zweck der Aufhebung der
Grußpflicht, denn die Offiziere könnten gefährlich werden, wenn das Volk einmal
aufgewacht und das Judenjoch von sich abschütteln wolle. Und in welch
grausamer Art und Weise sind diese Söhne der “Bourgeoisie” hingeschlachtet
worden, als wenn sie nicht ebenso ihre Pflicht getan, wie die Soldaten. Dabei aber
darf nicht vergessen werden, daß die “Bourgeoisie” (man merke sich die
französisch-freimaurerische Färbung dieser Bezeichnung) vor der Revolution in
der russischen Sprache gar nicht existierte, wie denn auch der Begriff Bürgertum
*
Jedoch die gegen die russischen Untertanen deutscher Nationalität erlassenen Gesetze blieben bestehen.
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in Rußland nicht bestand. Erst die, wenigstens in Rußland, absolut verjudete
Sozialdemokratie, hatte die für russische Verhältnisse durchaus unzutreffenden
Begriffe von Bourgeoisie und Proletariat geschaffen. Merkwürdigerweise wurde
in Rußland das Proletariat mit Demokratie bezeichnet, wobei der ganze
erwerbende Mittelstand, wie Lehrer, Ärzte, Handwerker usw. zur Bourgeoisie
zugezählt wurden, während die Schwarzarbeiter zur Demokratie gerechnet
wurden.
Ein Departement für jüdische Angelegenheiten wurde errichtet, man
sieht, die Juden waren eben etwas Besonderes in Rußland. Sie waren Russen, wo
es ihnen vorteilhaft erschien, Juden, wo sie es wollten.
Die jüdischen Rechtsanwälte Winawer and Pergament wurden zu Senatoren
berufen. Nie war bisher ein Jude im Senat, kurz alles wurde getan, um den Juden
das ihnen angetane “grenzenlose Unrecht” wieder gut zu machen, und endlich
Kerenski, der seiner jüdischen Art getreu, wohl zum Verhandeln, aber nicht zum
Handeln fähig war, das Wohl und Schicksal des großen russischen Reiches voll
und ganz in die Hände gelegt. Seine erste Tat war, daß er in das kaiserliche Schloß
zog, um von dort aus Ausflüge in das Volk zu machen, um sich wie ein Ölgötze
von den verhetzten und aufgepeitschten Volksmassen und namentlich von
hysterisch veranlagten Weibsbildern mit Thymian anräuchern und anbeten zu
lassen.
Unter Kerenskis “segenreicher” Tätigkeit.
Durch das Losungswort “Krieg bis zum siegreichen Ende” suchte er die
kriegshetzerische Partei für sich zu gewinnen. Aber schon am 3. April
1917 war die Niederlage am Stochod ausschließlich dank der Zersetzung des
Heeres durch die revolutionäre Propaganda erfolgt. Doch mit schönklingenden
Worten wurde die Lage verschleiert, sie mußte verschleiert werden, denn sonst
wäre das ja ein Zugeständnis, daß der Zar recht hatte, wenn er an einen Frieden
dachte. “Das Volksheer steht vor dem endgültigen Siege” wurde stets in allen
Tonarten gepredigt, man müsse noch ein wenig Geduld haben, die Revolution
werde in Deutschland sehr bald ausbrechen. Kaiser Wilhelm und der Kronprinz
werden nach Elba geschickt (schon damals), und die russischen Truppen werden
in Berlin ihren Verbündeten die Hand reichen. Die besitzlosen Bauern
suchte er durch das Schlagwort “Land und Freiheit” für sich zu gewinnen. Freiheit
brauchte der Bauer nicht, die besaß er in vollem Maße, denn irgend welche
ständischen Beschränkungen bestanden ja längst nicht mehr. Und Land, ja, wie
merkwürdig das klingen mag, Rußland hatte kein Land zum Aufteilen. Wohl ist
Rußland ein gewaltiges Stück Erde, das aber mit Wald, Morästen, Seen bedeckt
51
ist. Nach Sibirien gingen die Bauern ungern, dort gab es auch zur Zeit der Zaren
kostenlos Land. Und im europäischen Rußland war alles urbare Land bereits
verteilt. Die Domänen reichten nicht aus, zudem waren sie ja auch zum großen
Teil mit Wald bestanden, und der Bauer brauchte fertiges bebauungsfähiges Land.
Die privaten Güter aufteilen? Soviel verstanden die neuen Männer denn doch, daß
mit dem Augenblick, wo sie die privaten Güter aufteilten, Rußlands
Landwirtschaft zusammenbrechen mußte. Rußland war kein Industriestaat, die
russische Industrie war erst im Entstehen begriffen, daher gab es auch keinen
eigenen Arbeiterstand. Rußland war eben ein landwirtschaftlicher Staat. Und der
Wert des russischen Rubels hing durchaus von der jeweiligen Ernte ab. War die
Ernte gut, dann war der Export groß, und der Rubel stieg, und umgekehrt, war eine
Mißernte im Lande, fiel auch der Wert des Rubels. Dabei muß festgestellt werden,
daß der Bauer kein Exportkorn lieferte, er versorgte sich und höchstens die Städte,
das Exportkorn wurde ausschließlich von den Gütern gebaut. Das wußten auch die
neuen Männer.
Und zur Stolypinschen Agrarreform zurückgreifen? Nun, wäre das nicht
wieder ein Zugeständnis dessen, daß die Monarchen und ihr Regime denn doch
die Träger der wahren Reformgedanken waren?
Den besitzenden Bauern wurden doppelte Preise für Korn
zugesprochen, und zwar mit rückwirkender Kraft für ein halbes Jahr. Bei dem
Mangel an Intelligenz der russischen Bauern steckten sie das Geld in Flaschen,
verlackten sie und gruben sie in die Erde.
Den Schwarzarbeitern in den Fabriken wurden immer wieder neue
Lohnerhöhungen bewilligt, ja gar Gewinnanteil an den Fabriken zugesichert. Doch
die Fabriken konnten diese Lohnerhöhungen nicht ertragen, und eine Fabrik nach
der andern ging, trotz Regierungssubsidien, ein, bis dann die gesamte russische
Industrie zusammengebrochen am Boden lag, und die Leute nicht nur gar keine
Gewinnanteile an den Fabriken erhielten, sondern auch ihre bisherigen Brotstellen
verloren, und so die Zahl der Unzufriedenen und Erwerbslosen sich vergrößerte.
Den Arbeitern machten es die niederen Beamten nach. Zu wahrhaft
wucherischer Weise erpreßten auch sie immer höhere Löhne, während die höheren
Beamten sich mit einer Teuerungszulage von 10 bis 20 Prozent begnügen mußten.
Diese dauernden Lohnerhöhungen hatten zur Folge, daß der Rubel immer mehr
und mehr den Kaufwert verlor, und die Teuerung von Tag zu Tag wuchs.
Vergebens versuchten einzelne besonnene Männer, den Leuten klar zu
machen, daß nicht in den ewigen Lohnerhöhungen ihr Heil liege, sondern daß sie
darauf hinarbeiten müßten, daß die Preise abgebaut würden Doch dafür hatten die
Leute kein Verständnis.
Sie waren eben so bis zur Stumpfsinnigkeit verhetzt, daß sie überhaupt nicht
52
mehr verstehen konnten, wohin sie getrieben wurden, das Volk hatte nur noch
Sinn für Kinos, Tanz, Meetings mit und ohne Konzerte und allerlei Vergnügen.
Das ganze Leben hatte sich zu einem gewaltigen Faschingstrubel gestaltet, zu dem
der Tod die Geige spielte. Und die Bürgerschaft? Die schlief und sonnte sich in
den “Errungenschaften” der Revolution und hatte nur noch Verständnis für
Vergnügen und Verdienst. Begriffe, wie Vaterland und Nation waren nichts mehr
als ein verklungenes Lied, und die Wirklichkeit? Sie war für gar so viele der letzte
Totentanz! Rußland stand im Zeichen von Vergnügen, Tanz, Prosit und
Schiebereien. Und in welch raffinierter Weise wurden die Preise gesteigert! Ich
hatte in einer kleinen Stadt Gelegenheit, ganz zufällig hinter die Schliche der
Geschäftsleute zu kommen. Ich war auf den Markt gegangen, um mir Butter zu
kaufen. Butter, Speck, Fleisch waren in Hülle und Fülle zu haben, wenn auch zu,
für russische Verhältnisse, fabelhaften Preisen. Ich kaufte mir ein Pfund Butter zu
8 Rubeln. Ein jüdischer Manufakturhändler kam auch an den Tisch der Frau, nahm
2 Pfund Butter und gab ihr einen Kerenskischein zu 20 Rubeln. Als sie ihm 4
Rubel zurückzahlen wollte, ließ er ihr das Geld mit gütigem Lächeln: “Ach, was
soll ich dir, arme Frau, die paar Rubel nehmen, alles ist so teuer, ich kann dir auch
ruhig 10 Rubel für die Butter zahlen.” Heimgekehrt, traf ich die Dame des Hauses,
in dem ich wohnte, in etwas ärgerlicher Stimmung an. “Denken sie sich doch,
gestern wollte ich mir beim Juden Rabinowitsch einen Stoff kaufen. Es war mir
aber zu teuer; als ich mir heute die Sache doch überlegt hatte und den Stoff
nehmen wollte, verlangte der Händler schon den anderthalbfachen Preis für
denselben Stoff.” – “Ja, ich kann dabei nichts”, sagte er, “sehen Sie, es ist alles so
teuer geworden, ich komme eben vom Markt und habe für Butter schon 10 Rubel
für das Pfund zahlen müssen.” Das Geschäft gehörte demselben Juden, der der
Butterfrau seine Güte bezeugt hatte! Dann aber waren es vornehmlich die
Eisenbahner und die Post- und Telegraphenbeamten, auf die die
Revolutionsmacher und, Hand in Hand mit diesen, die Schieber aller Marien und
Kathegorien ihr gefälliges Auge gerichtet haben und die sie durch ihre gut
bezahlten Vertrauensleute sach- und fachgemäß “bearbeiten” und verhetzen ließen.
Die Beamten sollten, unzufrieden mit der Teuerung, immer weitere
Lohnerhöhungen verlangen; die Folge davon war, daß die Post die Brief- und
Telegraphenportis und die Bahnen die Spitze für die Frachten und die
Personentarife ständig erhöhen mußten – ein willkommenes Mittel für die
Schieber und Wucherer, sofort die Preise in die Höhe zu schnellen, da sie doch
nun ihre Preistreibereien mit einem so zu sagen guten “gesetzmäßigen” und
scheinbar “moralischen” Grunde entschuldigen konnten. Wohl sahen die älteren
und besonneneren Post- und Bahnangestellten und -Arbeiter sehr bald ein, wohin
diese ewigen Lohnerhöhungen trieben und wer, einzig und allein, davon seinen
Nutzen zog und wiesen darauf hin, daß diese Lohnerhöhungen für den arbeitenden
Mann gar keinen Nutzen boten, und verlangten, daß die Post- und
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Bahnverwaltungen den Angestellten nicht Lohnerhöhungen geben, sondern dafür
Sorge tragen sollten, daß die noch zur Zarenzeit eingeführte Einrichtung der
“Waggon-Laden”, der sogenannten “Waggon-Lawki”, weiter ausgebaut würde.
Diese “Waggon-Lawki” wurden an die Züge angehängt und führten allerlei
Lebens- und Bedarfsmittel mit, die die Bahnverwaltungen in großen Massen
einkauften und zum Selbstkostenpreise mit einem geringen Aufschlage zur
Deckung der direkten Ausgaben, den Bahnangestellten überall, wo der Zug hielt,
verabfolgten. Diese Einrichtung bot den Bahnangestellten die Möglichkeit, ihren
Bedarf zu bedeutend ermäßigten Preisen zu decken, doch sie waren den Schiebern
und Wucherern natürlich ein Dorn im Auge und sie verstanden es, diese
vernünftige und durchaus zeitgemäße Einrichtung zu untergraben. Den jüngeren
heißblütigeren, zumeist unverheirateten Beamten und Arbeitern war “mehr Geld”
das Liebere, um es verprassen zu können, und diese, von den Hetzern “bearbeitet”,
überschrien die bedächtigeren und vernünftigeren Arbeiter und wurden, wenn
auch unbedacht, zu Stützen der Schieber und Wucherer. So wurden die Preise von
den Juden und Jüdlingen künstlich emporgeschnellt, einerseits, um dem Volk den
letzten Besitz abknüpfen zu können, andererseits aber, um die Unzufriedenheit im
Volke immer mehr zu schüren, und schließlich, um die russische Valuta künstlich
und kunstvoll derart zu entwerten, daß für ein paar Cents Millionenwerte in den
jüdischen Besitz übergingen. So wurde in den Massen wissentlich die Gier und die
Gewinnsucht neben der schrankenlosesten Zuchtlosigkeit großgezogen!
“Idealismus”.
Der russischen Intelligenz war neben dem Entstehen und der Erstarkung der
panslavistischen Idee seit jenem Losungswort “Rußland den Russen” immer mehr
und mehr die Idealisierung des gemeinen Mannes zu eigen geworden, die von den
etwas krankhaften Romanen eines Leo Tolstoi in der Intelligenz seltsam
übertriebene, ja fantastische Anschauungen von dem wirtschaftlichen und
geistigen Können und der Tugendhastigkeit des gemeinen russischen Mannes, des
“Muschiks” zeitigte. Diese Frucht eines durchaus ehrlichen, aber zugleich
unpraktischen Idealismus mußte die Intelligenz mit ihrem Blute bezahlen. Fast mit
einer gewissen Wollust wurde von den Revolutionären darauf hingewiesen, daß
das Volk, namentlich am Anfang der Revolution, trotz der Abschaffung der
Polizei, sich manierlich benahm. Man vergaß aber oder verschwieg es dem Volke,
daß diese Disziplin dem russischen Volke durch die Jahre anerzogen war und
natürlich nicht urplötzlich verschwinden konnte, genau so, wie ein Schwungrad,
einmal in Bewegung gesetzt, nicht urplötzlich stillstehen kann.
Von den sozialistischen Führern wurden natürlich die revolutionären
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Zustände in allen möglichen Tonarten besungen, sie berauschten sich selbst und
die Volksmengen an dem leeren Klingelgeläute revolutionärer Phrasen.
Polizei und Studenten.
Die Polizei wurde wegen Bestechlichkeit abgesetzt und durch eine Miliz
ersetzt. Diese sollte, wie damals in Petersburg erzählt wurde, nach französischem
Muster eingekleidet werden, wobei die Uniformen aus Frankreich kommen
sollten. Ist das nicht bezeichnend? Es soll aber durchaus nicht in Abrede gestellt
werden, daß die Polizei “gewissen Geschenken” gegenüber nicht abgeneigt war,
und dieselben gern nahm, es darf aber auch nicht verschwiegen werden, daß diese
“Geschenke” ausschließlich aus Quellen stammten, die von derlei
“Geschenkegeben” ihr Profitchen hatten! Auch darf man nicht verschweigen, daß
die Polizei ein ganz miserables Gehalt bezog und die Beamten dauernd in
Lebensgefahr schwebten. War irgendwo ein Einbrecher auf frischer Tat geklappt,
so mußte als erster hinein – nicht der Besitzer der Wohnung – bewahre, der wird
doch nicht sein Leben aufs Spiel setzen, nein, hinein mußte der Gorodowoi, der
Schutzmann. Wie gut oder wie schlecht die Polizei war, hat sie es doch
verstanden, das Leben und das Eigentum der Bewohner zu schützen und für Ruhe
und Ordnung zu sorgen. Sehr bald mußte der Mittelstand es am eigenen Leibe
erfahren, welche Folgen die Entfernung der Polizei für ihn hatte. Wohl war an ihre
Stelle die Miliz getreten, doch diese übertraf an Willkür und Bestechlichkeit alles
bisher Gehörte und wurde von Leuten geführt, die vom Polizeiwesen überhaupt
keine Ahnung hatten; außerdem befanden sich unter den Militionären selbst in
Petersburg Leute, die Morde und Diebstähle aus Gewohnheit betrieben hatten, und
zwar in nicht ganz geringer Zahl. Das waren nun die “Beschützer” der öffentlichen
Ruhe und Sicherheit. Wem die Polizei besonders unbequem war, das waren die
Nihilisien, die Juden und deren Mitläufer. Ich kenne unzählige Leute, die
überhaupt mit der Polizei nicht in Berührung kamen, sie erfüllten eben ihre
Bürgerpflichten.
Die Polizei, wie der russische Beamte überhaupt, war gewiß vielfach
bestechlich, weil sie eben derart schlecht besoldet waren, daß sie schlechterdings
auf Nebeneinnahmen angewiesen waren. Bezeichnend ist, daß vielfach der
Schutzmann gezwungen war, im Nebenamt eine Hausknechtsstelle anzunehmen
und die Obliegenheiten dieses Dienstes von seiner Frau verrichtet wurden,
während er auf Posten stand. Auch wurde nur all zu oft Bestechlichkeit und
Trinkgeldgeben in einen Topf geworfen. Das Trinkgeldgeben war durch die
Jahrhunderte hindurch zur Volkssitte geworden. Kein Mensch sah etwas darin, daß
der Schutzmann oder der Briefträger zu Neujahr und Ostern in seinem Revier die
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Gratulationstour machte und sich seine Glückwünsche mit geringer Münze
erwidern ließ, oder daß ein kleiner Beamter für irgend eine Gefälligkeit, zu der er
nicht verpflichtet war und die in keinerlei Gegensatz zu seiner beamtlichen Pflicht
stand, ein paar Rubel als Geschenk annahm. Dieses Trinkgeldnehmen hatte weder
etwas Anrüchiges, noch Entwürdigendes, weil es keine ungesetzliche
Gegenleistung voraussetzte. Es war eben eine rein russische Sitte. Die
Bestechlichkeit, das heißt die Bezahlung für Umgehung der Gesetze zum System
erhoben zu haben, ist fraglos das Verdienst der Juden, und “der Wsjatotschnik”
(der bestechliche Beamte) ist auch im zaristischen Rußland der Allgemeinheit stets
eine übelberüchtigte Persönlichkeit gewesen. Diese Worte sollen durchaus nicht
den bestechlichen Beamten in Schutz nehmen, sie sollen nur eine Grenze ziehen
zwischen Bestechung und Trinkgeld und diese, in den übrigen Staaten unbekannte,
spezifisch russische Volkssitte erläutern. Es war interessant zu beobachten, mit
welcher Schadenfreude, ja mit welcher Wollust die ehemaligen Beamten der
Polizei den Ausbruch der Revolution von Studenten und Kursistinnen ins
Gefängnis abgeführt wurden, und zwar nur dafür, daß sie bei der Polizei gedient
hatten. Die Untersuchungen kamen ja nachher! Namentlich waren es die
Kursistinnen, die sich während der Revolution besonders hervortaten.
Kursistinnen sind Hörerinnen an den verschiedenen Hochschulen, die schon von
weitem zu erkennen waren. Gewöhnlich mit kurz geschorenem Haar, einem
sogenannten Tituskopf (die nihilistischen männlichen Studenten ihrerseits trugen
wieder langes Haar), meist mit einem Kneifer aus der Nase, den sie
merkwürdigerweise beim Lesen beiseite legten, mit einem verbissenen
Gesichtsausdruck, in absichtlich vernachlässigter Kleidung, trachteten sie
geflissentlich alles Weibliche von sich abzustreifen, um ihren schmierigen,
halbverhungerten Kollegen nur ja nicht nachzustehen, sondern sie, äußerlich
wenigstens, möglichst noch zu übertrumpfen. Es galt unter den Studenten und
Kursistinnen als direkt unanständig, sauber und anständig und sei es auch in
ärmlichen und geflickten Kleidern zu gehen. Mit Verachtung und über die
Schultern hinweg schauten sie auf die geringere Zahl von Studenten, die ihren
Rock sauber hielten, und auch nichts gegen einen sauberen Kragen einzuwenden
hatten. Auch war es durchaus keine Seltenheit, wenn ein Student und zwei
Kursistinnen, oder eine Kursistin und zwei Studenten, die sich vorher nicht
gekannt hatten, in einer Stube zusammen hausten. Das waren die Vertreter des
russischen Nihilismus und die Hanpttreiber der Revolution.
“Towarischtsch”.
Wie stark der Einfluß des nihilistischen Studententums bei Ausbruch der
Revolution auf die Volksmassen war, erkennt man aus folgendem: Während die
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akademische Jugend Rußlands einander mit dem auch in der übrigen
akademischen Welt üblichen “Kollege” anredete, nannten sich die nihilistisch
gesonnenen Studenten und Kursistinnen häufig und mit Vorliebe “Towarischtsch”.
Dieses “Towarischtsch” bedeutet keinenfalls Genosse, es ist dasselbe “Kollege”,
eigentlich Kamerad, nur in russischer Übersetzung. Vor der Revolution redete der
gemeine Mann den anderen mit “Semljak” an, ganz gleich, ob der eine aus
Wladiwostok in Ostsibirien, der andere aus Petersburg oder vom Kaukasus oder
sonst woher stammte. Diese Bezeichnung “Semljak” war für Rußland eine
durchaus zutreffende, sie bedeutet “Landsmann” und verdankt ihre Entstehung
dem Umstande, daß Rußland eben durchaus ein Agrar-, ein Bauernstaat ist.
Vom ersten Tage der Revolution an wurde der gemeine Mann und der
Arbeiter von den Studenten auch mit diesem “Towarischtsch” angeredet, und im
bolschewistischen Rußland darf niemand den anderen anders als “Towarischtsch”
nennen. Der Arbeiter ist, möchte man sagen, eine Zufallserscheinung in Rußland,
weil die Arbeiter ständig aus an- und abflutenden Elementen bestanden, daher war
in Rußland der Mangel an Facharbeitern so groß. Wenn in irgend einer Gegend
Mißernte war, oder die Gegend, in der der Mann beheimatet, eine an und für sich
arme war, dann gingen die Männer in die Stadt, wo sie sich etwas hinzuverdienen
konnten oder aber, wenn ein Kerl sich in seinem Dorfe bei den übrigen Bauern
durch Trunksucht, Diebstähle oder sonstwie unbeliebt machte, dann hatte die
Dorfgemeinde das Recht zu bestimmen, daß der Betreffende das Dorf verließ. Ein
Teil von diesen Ausgewiesenen ging nun an die Wolga, wo sie ein
Sonnenbruderleben führten, ein anderer Teil ging in die Städte als Arbeiter. Einen
eigentlichen Arbeiterstand hat es in Rußland nie gegeben! Die Gesellen,
Werkführer und Meister gehörten zum Handwerkerstande. Der jüdische Student,
dem der russische Arbeiter und Bauer absolut wesensfremd war, und der für die
Interessen der letzteren gar kein Verständnis bis dahin gehabt hatte, spielte sich
während der Revolution als Volkstribun auf. Bei allen Demonstrationen, Streiks,
Meetings waren ausschließlich jüdische Studenten diejenigen, die eine leitende
Rolle spielten. Merkwürdig ist es, daß der russische Bauer, der den Juden von
Grund seiner Seele haßt, und ihm die wenig schmeichelhafte Bezeichnung
“poganny” – “der Räudige” beilegt, ihm doch blindlings folgte, irregeführt von den
goldenen Bergen, die ihm versprochen wurden.
Die blutige Revolution.
Während der ganzen Revolution ist in Rußland an positiver aufbauender
Arbeit nichts geleistet worden, dafür aber ist unendlich viel geredet, eigentlich
richtiger geschwatzt worden und so die “Errungenschaften” der Revolution
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gefestigt, und die Revolution selbst “vertieft” worden von einem Miljukow auf
einen Kerenski, und von diesem auf Uljanow (Lenin), Bronstein (Trotzki),
Apfelbaum (Sinowjew) und Konsorten! Drei Dinge lagen den Revolutionären am
Herzen, die “Errungenschaften” der Revolution zu sichern, die Konterrevolution
zu unterdrücken und über die ganze Welt hinauszuschreien, daß die russische
Revolution eine unblutige sei! Nun, trotz redlicher Mühe, irgend welche
“Errungenschaften” der Revolution herauszufinden, ist es mir bisher gelungen nur
eine einzige festzustellen, und zwar die, daß die gesamte Regierung und
Verwaltung des russischen Reiches und der Besitz des gesamten russischen
Volkes aus den Händen einheimischer, christlicher Russen in die Hände
volksfremder Juden übergangen ist. Und die Konterrevolution? Kein Mensch
dachte an eine Konterrevolution. Wen ich auch über eine bevorstehende
Konterrevolution befragte, und zwar Linke, von denen ich allen Grund hatte
anzunehmen, daß sie mit der bestehenden Ordnung nicht zufrieden sein mußten,
alle sagten einstimmig: “Wir brauchen keine Konterrevolution”. Das Geschrei von
einer Konterrevolution ist ein Mittel in den Händen der jüdischen Hetzer, um in
den blöden Volksmassen den Revolutionseifer wach zu halten; wir wissen alle zu
genau, daß das Volk einmal einsehen wird, daß es so genasführt worden ist, wie
ein gewaltiger Ochse, durch dessen Nase ein Ring gezogen ist, an dem ihn der
jüdische Viehhändler aus den Markt zieht, um ihn dort zu verkaufen für die
Schlachtbank. Wenn das Volk das einmal einsieht, dann brauchen wir keine
Konterrevolution, die Juden werden ausgewiesen, und die Ordnung ist im
Handumdrehen da. Die Juden umbringen? – Nein, das ist nicht nötig, das wäre
sogar falsch, dann werden sie als Märtyrer hingestellt werden, aber sie ausweisen
und das von ihnen erwucherte und ergaunerte Gut zur Deckung der Staats- und
Volksschulden verwenden, das wäre nicht mehr als gerecht! – Und endlich die
dauernden Reden von der blutlosen Revolution, ich muß gestehen, sie machten auf
mich, der ich als Fremdländer der Revolution fern stand und kaltblütig die
Entwicklung der ganzen Revolution verfolgen konnte, einen niederdrückenden
Eindruck! Lange habe ich darüber nachgedacht, eine Erklärung für dieses
freimaurerisch-gefärbte Wort “blutlose Revolution” zu finden: die Gelegenheit bot
sich mir dazu. Ein älterer Herr von einer neutralen Gesandtschaft besuchte mich,
“schon wieder”, sagte er, “hat Kerenski von einer blutlosen Revolution
gesprochen. Wissen Sie, ich habe die Überzeugung, daß es in Rußland noch zu
einem nie dagewesenen Blutbad kommen wird. Dieses Gerede von der blutlosen
Revolution ist ein Erinnern daran, daß die Revolution bisher blutlos gewesen ist
und daß es endlich an der Zeit ist, alle diejenigen aus der Welt zu schaffen, die den
famosen “Errungenschaften” der Revolution nicht zujubeln!” Und so kam es auch.
Uljanow (Lenin) kam Mitte April 1917 nach Rußland.
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Lenin & Co.
In Rußland wurde es Deutschland furchtbar verübelt, daß Deutschland
Uljanow (Lenin) die Reise nach Rußland in einem plombierten Wagen ermöglicht
hatte. Nun man kannte die inneren Zusammenhänge und die Absichten der
Weltdiplomatie eben zu wenig in Rußland. Amerikas Wehrmacht war inzwischen
zur vollen Entwicklung gelangt, und so konnte die Entente auf die militärische
Unterstützung seitens Rußlands verzichten, um so mehr, als diese Unterstützung
ihr doch nur schweres Geld gekostet hatte und dazu nicht einmal von großem Wert
war. Nun konnte man in Rußland zur Erlangung des letzten Zieles schreiten, zur
vollkommenen Zerstörung Rußlands, und zwar aus folgenden Gründen: Sehr bald
trat nach der großen Begeisterung für die Revolution eine Ernüchterung ein, und
man fing an einzusehen, daß die Revolution sich gründlich blamiert hatte. Eine
Ausdehnung dieser Ernüchterung konnte die Wiederaufrichtung der Monarchie
zur Folge haben, und dann selbstredend nicht nur Frieden mit Deutschland unter
gleichzeitiger Unterstützung Deutschlands, zumindest durch Lebensmittel und
Rohstoffe, sondern Rußland konnte auch plötzlich als militärischer Gegner der
Entente auftreten und dann waren Siegesträume und “Errungenschaften” der
Entente-Freimaurer und ihrer Anhänger für immer vorbei! Uljanow (Lenin) mußte
nach Rußland um jeden Preis. Er wird die Revolution schon so “vertiefen”, daß
Rußland Jahrzehnte hindurch an die “Errungenschaften” seiner Revolution wird
denken müssen. Alle diejenigen, die es wagen werden, irgendwie an einen, und sei
es auch nur wirtschaftlichen Wiederaufbau Rußlands zu denken, wird man schon
klein kriegen. Die Menschen leben eben in einer Massenpsychose, die einfach
unbegreiflich ist. Wenn früher ein Vulkanausbruch, ein Erdbeben, ein Wirbelwind
ein paar Ortschaften vernichtete, dann waren die Zeitungen voll ausführlicher
Berichte; wenn eine Katastrophe auf der See passierte, wie damals der
Zusammenstoß der Titanic mit einem Eisfelsen, dann wurde in den Kirchen
gebetet, Geld gesammelt, Maßregeln getroffen, um weitere ähnliche Unglücksfälle
zu verhüten. Wenn die Regierung des Zaren ein paar Dutzend Mordbuben nach
Sibirien verschickte, dann ein anderes paar Dutzend Hetzer und Aufwiegler aus
Rußland auswies oder den Juden gewisse Beschränkungen bei deren ständigem
Leben in den russischen Residenzen, damit diese nicht zu jüdischen Jerusalems
würden, auferlegte, dann wurde über das zaristische Regime gewettert und
geschimpft. Wenn aber heute das offizielle Organ Rußlands berichtet: heute seien
allein in Sewastopol 1621 und gestern 1289 Personen hingerichtet worden, und
das vier Jahre hindurch täglich, wenn viele Hunderttausende Menschen am
Hungertode zugrunde gegangen sind, wenn weiter Millionen Russen in allen
Staaten Europas ein kümmerliches Dasein fristen müssen und nicht nach Hause
können, die nicht offiziell und doch aus der Heimat verwiesen sind und dazu von
59
einer Regierung, die sich als eine überdemokratische bezeichnet, dann schweigen
die Freimaureroriente und Freimaurerlogen und tun nichts, um diesem Wahnsinn
zu steuern, und doch erzählen sie willig einem jeden, der es hören mag, daß die
Freimaurerei Lebenskunstlehre und Lebenskunstübung sei, und daß sie die
sittliche und geistige Veredelung des Menschen und die Förderung menschlicher
Glückseligkeit bezweckt, daß sie die einander entfremdeten Menschen auf dem
freien Felde reinmenschlicher Beziehungen und Pflichten in inniger Bruderliebe
mit einander zu verbinden trachtet!! Uljanow (Lenin) mußte nach Rußland! Wie
gerissen die Herren in London und Paris auch sind, und doch haben sie sich gerade
in diesem Punkte eine empfindliche Blöße gegeben! Von ihnen wurde das
Märchen verbreitet, daß, als Uljanow (Lenin) England um eine
Durchreiseerlaubnis gebeten habe, England diese ihm verweigert hätte und
Uljanow (Lenin) seine Reise über Deutschland genommen habe, durch das er im
plombierten Wagen gereist ist. Deutschland soll eben daran Schuld sein, daß
Uljanow (Lenin), dieser Bolschewisten-urbazill, nach Rußland gekommen ist und
dort diese Seuche hervorgerufen hat. Wiederum eine echt freimaurerische Redens-
und Verdrehungsart! Unmöglich hält man in England Uljanow (Lenin) für so
dumm, daß er sich an England wenden wird, um nach Rußland zu kommen, um
dort die von Englands Gnaden eingesetzte Kerenskiregierung zu stürzen. Nein, die
Sache liegt anders! Uljanow (Lenin), der übrigens auch Freimaurer ist, hat von der
englischen Großloge den Auftrag erhalten, nach Rußland zu gehen und dort den
Bolschewismus zur Blüte zu bringen, damit, wie oben gesagt, in Rußland die
Ernüchterung über die Revolution nicht um sich greife, und Rußland und
Deutschland vereint nicht die Freimaurer-”Errungenschaften” über den Haufen
werfen. Um aber England von jedem Verdacht dieserhalb frei zu machen, erhielt
Bruder Uljanow (Lenin) den Auftrag, sich offiziell an die englische Regierung zu
wenden, um eine Absage zu erhalten und dann sich an Bethmann-Hollweg zu
wenden, denselben Bethmann-Hollweg, der von dem “Unrecht an Belgien”
gesprochen hat, um von diesem die Erlaubnis zur Durchfahrt durch Deutschland
im plombierten Wagen zu erhalten. Der Freimaurer Kerenski erhielt die Weisung,
auf Uljanow (Lenin) zu schimpfen, aber ihm sonst nichts anzuhaben und zu
gegebener Zeit Rußland den Rücken zu kehren und das Feld Uljanow (Lenin) und
seinen Genossen Bronstein (Trotzki), Apfelbaum (Sinowjew) und Konsorten zu
räumen. Nebenbei bemerkt, die bolschewistischen Führer haben sich alle andere
Namen beigelegt, um ihre jüdische Abstammung zu verdecken. Echt russische
Namen haben sie sich beigelegt und welche? Bronstein nennt sich Trotzki. Was ist
das für ein Name? Nun, den Namen Trotzki führte der der ganzen russischen
Armee sehr bekannte kommandierende General des Wilnaer Militärbezirkes.
Apfelbaum nennt sich Sinowjew. Nun, die Sinowjews sind eine weitverzweigte,
alte russische Adelsfamilie usw.
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Der Zar und seine Familie wurden nach Sibirien geschickt, damit er dort
umkomme, daß nur ja nicht die Gefahr aufkomme, daß er einmal vom Volke
zurückgerufen werde. Der leibliche Vetter des Zaren und sein Verbündeter, der
König von England, konnte ihn nicht nach England nehmen, um ihn dort
wenigstens am Leben zu erhalten. Er und seine Familie sind von den Großorienten
zur Ausrottung verdammt, weil er es gewagt hatte, an einen Sonderfrieden mit
Deutschland zu denken; Kerenski hat die Zarenfamilie, wie ihm vorgeschrieben
war, nach dem eisigen Tobolsk verschickt, trotzdem er es fest versprochen hatte,
sie nach England zu schaffen, angeblich deswegen, weil der Aufenthalt des Zaren
in der Nähe Petersburgs eine Gefahr für die Revolution bedeute. Selbst aber hat er
sich, dieser edle Held und Bruder, dessen Losungswort es war, “Krieg bis zum
siegreichen Ende”, zusammen mit all seinen Genossen in Sicherheit gebracht. Nun
leben sie in Herrlichkeit und Freuden, bald in Paris und bald in London und
treiben dort ihre Hetzpolitik weiter. Trotz der sogenannten Freiheit des Wortes und
der Schrift wurden Maßregeln schärfster Art immer wieder nur gegen die
Anhänger der Rechtsparteien angewendet, während man gegen die äußersten
Linken, die Bolschewisten, absolut keine Maßregeln ergriff, ja sogar sie
gewissermaßen in Schutz nahm. Warum letzteres? Nun, Lenin war kein
Widerspruch des Freimaurers Kerenski, sondern lediglich nur dessen Steigerung!
Als kleine Illustration zu dieser Ausführung mag die im “Echo de Paris”
erschienene Mitteilung des General Polowzow, des einstigen Kommandierenden
des Petersburger Militärbezirkes, dienen. Während des ersten Bolschewisten-
aufstandes im Juli 1917 verlangte der Nachrichtendienst des Generalstabs von
ihm, daß er bei der Regierung die Verhaftung von 24 der bedeutendsten
Bolschewistenführer, unter ihnen Lenin und Trotzki, durchsetzte. Die dem von der
Front zurückgekehrten damaligen Kriegsminister Kerenski überreichte Liste der
Bolschewistenführer las dieser aufmerksam durch, ging in das Nebenzimmer, in
dem der Ministerrat tagte, besprach dort die Angelegenheit und kam sehr bald
zurück mit der Mitteilung, der General möge die Verhaftungen vornehmen lassen.
Kurze Zeit darauf kam Kerenski wieder zum General Polowzew und bat ihn in
sehr liebenswürdiger und verbindlicher Weise, Trotzki nicht verhaften zu lassen.
Als ihm darauf General Polowzew erwiderte, er fürchte, es sei bereits zu spät, da
verließ Kerenski sehr unzufrieden das Kabinett des Generals. Zwei Stunden darauf
meldete Oberst Nikitin, der Chef des Nachrichtendienstes, dem General, daß
Kapitän Sokolow, der den Auftrag erhalten hatte, Trotzki zu verhaften, den Befehl
nicht ausführen konnte, da er in der Wohnung Trotzkis – den Kriegsminister
Kerenski angetroffen hätte, der an Ort und Stelle den Befehl zur Verhaftung
Trotzkis aufgehoben hatte. Den Zaren ließ man umkommen, Trotzki hatte man
gerettet. Man mußte ihn befreien, damit er heute in Rußland herrschen könne. Und
dann wird von der Schuld Deutschlands gefaselt, daß Deutschland Lenin nach
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Rußland gelassen, ja Lenin mit Geldmitteln unterstützt habe. Nun denn, das
Losungswort “Krieg bis zum siegreichen Ende”, bis zur Vernichtung
Deutschlands, ist ja ein Kerenskiwort. In der Notwehr durfte Deutschland dem
andringenden Feinde, der nichts weniger als Deutschlands Ausrottung bezweckte,
diese Laus in den Pelz setzen. Wenn aber Kerenski den Mund so sehr weit auftut,
um Deutschland diese Schuld in die Schuhe zu schieben, warum hat er dann als
“russischer Patriot” den Trotzki persönlich vor einer Verhaftung geschützt, und
warum hat er, Kerenski, Lenin entkommen lassen? Er war doch in seiner Gewalt.
Warum hat er ihn nach Stockholm entfliehen lassen?
Und Miljukow? Ist er am Bolschewismus schuldlos? Nun, es dürfte nicht
uninteressant sein zu erfahren, daß er in seiner Eigenschaft als Minister des
Äußeren der zeitweiligen Regierung wegen Leiba Bronstein, der sich Trotzki
nennt, mit der englischen Regierung Verhandlungen gepflegt hat, um den in
Halifax verhaftet gewesenen Bronstein (Trotzki) zu befreien und ihn nach Rußland
zu schaffen! Wenn jemand daran Schuld ist, daß der Bolschewismus in Rußland
groß geworden ist, so sind es einzig und allein die Ententeknechte Miljukow und
Kerenski mit deren Mitläufern.
Wenn das russische Volk und seine außerhalb Rußlands lebenden Vertreter
endlich den für die russischen Verhältnisse durchaus nicht passenden
freimaurerisch-demokratischen Dusel und den Parteihader und das Parteigezänke
von sich stoßen und sich endlich einmal sagen: “Es gilt nicht mehr die Partei und
das wahrlich im Verhältnis zum Ganzen kleinlich lumpige Parteiprogramm zu
verteidigen, sondern es gilt ein größeres, das Vaterland zu retten, es gilt jetzt einig
zu sein und wie ein Mann sich zu erheben und diesen jüdisch-freimaurerisch-
bolschewistischen Wahnsinn abzuschütteln, dann wäre Rußland in kürzester Zeit
gerettet. So aber bleibt Rußland in jüdischen Klauen, ein Ausbeutungsobjekt der
Ententebrüder mit ihren Orienten und den dahinter stehenden Juden! Zur
Bestätigung dieser Behauptung diene folgendes:
Die Freimaurerei hat bekanntlich eine Reihe von Sinnbildern und Paßworten,
d. h. Erkennungs- oder Losungsworten. Das Sinnbild des Lichts, zu dem die
Freimaurer ja angeblich streben, ist der sogenannte flammende Stern, der für den
Lehrling fünfzackig und für die übrigen Grade vom Gesellen an sechszackig, der
Stern Davids, ist. Dieses Sinnbild des Lichts befindet sich stets im Osten des
Logensaales. Ein weiteres Sinnbild ist der Hammer, den der vorsitzende Meister
führt, als Zeichen seiner Macht. Die Sichel oder die Sense sind ja bekanntlich
Sinnbilder des Todes. Von den Paßworten möchte ich nur das Paßwort des
Gesellen erwähnen, das ein hebräisches Wort ist und eine Kornähre bedeutet.
Diese kurze Erklärung einiger Sinnbilder der Freimaurerei und des
Freimaurertums wird genügen, um nun das große Sinnbild des Bolschewismus,
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denn von einem Wappen Sowjetrußlands kann doch bei dem in Rußland
herrschenden überdemokratischen Regime absolut keine Rede sein, zu begreifen.
Daß ein jedes Sinnbild oder Wappen irgend eine Bedeutung hat und nicht
willkürlich gewählt ist, bedarf wohl weiter keiner Erklärung. Ich möchte nur
darauf hinweisen, daß am Kreml in Moskau, dem Herzen Rußlands, das
bolschewistische Sinnbild ausgerechnet über dem östlichen Tore des Kremls
angebracht ist.
Das auf den bolschewistischen Geldscheinen befindliche bolschewistische
Sinnbild zeigt uns den fünfzackigen flammenden Stern, in dem Hammer und
Sense (resp. Sichel) sich kreuzen. Bei anderen Geldscheinen sind Hammer und
Sichel von Kornähren umgeben. Das Ganze hat folgende Bedeutung: der Meister,
der sich im Mittelpunkt befindet, führt den Hammer als Sinnbild seiner Macht und
verfügt über eine Machtvollkommenheit, die nur vom Tode (der Sense, der Sichel)
erreicht wird. Die Kornähren, seine Gesellen, umgeben ihn und harren seiner
Befehle. Und der fünfzackige Stern? Der Lehrlingsstern? Nun, der bezeugt, daß
Rußland erst auf der Lehrlingsstufe der zu erstrebenden Weltrevolution sich
befindet. Wenn aber die Weltrevolution erreicht sein wird, dann erst erstrahlt in
der ganzen Welt der sechszackige Stern, der Stern Davids, dann ist die
Weltrepublik erreicht! Sowjetrußlands Sinnbild ist ein sprechendes Zeichen dafür,
daß Bolschewismus, Freimaurerei und Judentum nicht allzu weit von einander
entfernt sind.
Völker der Erde, haltet Eure Augen auf!
Thank you Hoff,
I am reading this book now.
Have a nice weekend.
Yours Michael